Praxisbeispiele
Zeigenswerte Beispiele der Verwendung von CC-Lizenzen im Alltag
DRadio Wissen startet Remix-Serie
markusb, 21. Juni 2010
[cross post von netzpolitik.org]
Der Sender DRadio Wissen hat jetzt eine eigene Netaudio-Sendung, die letzte Woche zum ersten Mal lief. Neben der Berichterstattung über Künstler, die Creative Commons Lizenzen nutzen, gibt es auch einen Remix-Teil. Musik von vorgestellten Künstler wird in remixfähigem Material online gestellt und die Hörer werden zum Mitmachen eingeladen. In dieser Form ist es das erste Mal, dass eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt alle Materialien zu einer Sendung freigibt und zum Remixen auffordert.
Erster Künstler ist Stateshirt. Hier ist ein 5 MB großes Zip-File dazu. Die Remixe sollen in künftigen Sendungen eingebaut werden.
Aus den Kommentaren:
In dem ZIP-File sind die Produktionsspuren des Beitrags, samt Manuskript, O-Töne, Overvoices, Sprechertext. Die Remix-Tracks von Stateshirt kann man auf seiner Seite finden: http://www.stateshirt.com/music/source/. Wer will, kann also entweder den Beitrag umbauen, weiterstricken, remixen oder sich der Musik annehmen und diese verändern. Oder auch beides.
Hier noch der Link zur ersten Folge der Sendung.
DDC Deutsch unter CC freigegeben
john, 27. März 2010
Ganz im Sinne von Open Science wird seit kurzem eine der wichtigsten Ressourcen des Bibliothekswesens mittels CC-Lizenz ein Stück weit befreit:
Die “Dewey-Dezimalklassifikation” (DDC) dient seit dem 19. Jahrhundert, vor allem im englischsprachigen Raum, zur inhaltlichen Erschließung von Texten und gibt in amerikanischen Bibliotheken auch häufig die Regalsortierung vor. Die deutsche Übersetzung der DDC wird über die Verwendung durch die Deutsche Nationalbibliothek immer mehr zum Standard auch für die hiesige Bibliothekslandschaft. Sie ist nun allgemein unter CC-BY-NC-ND 3.0 unported verfügbar. Das zielt darauf ab, mehr Institutionen direkten Zugriff auf alle Ebenen der DDC zu gewähren. In der Pressemitteilung der DNB heißt es dazu:
Die deutsche Fassung der DDC in MelvilSearch kann ab sofort für nicht-kommerzielle Zwecke frei genutzt und weitergegeben werden unter der Voraussetzung, dass OCLC als Rechteinhaber genannt und die Daten nicht inhaltlich bearbeitet oder verändert werden. Damit wird es zum Beispiel erstmals möglich, uneingeschränkt Notationen und Klassenbenennungen gemeinsam – auch in eigenen (Web-)Anwendungen – anzuzeigen.
Bisher war dies lediglich für die ersten drei Ebenen der DDC möglich. Das bedeutete, dass ohne Lizenz nur die obersten 1000 Klassen vollständig nutzbar waren. Je genauer aber klassifiziert werden soll, desto mehr Unterklassen werden gebraucht (was dann letztlich lange Zahlenreihen ergibt, die durch Punkte unterbrochen sind und daher ein wenig an IP-Adressen erinnern).
Dr. Heidrun Alex von der DNB teilte uns dazu weiter mit:
Ab der 4. Ebene war es nur möglich, entweder die Notation oder die Klassenbenennung anzuzeigen. Diese Einschränkung galt generell, also unabhängig davon, ob die Institution, die die DDC nutzt, kommerziell oder nicht kommerziell ist. Sie gilt auch weiterhin für die englische Ausgabe und für alle Übersetzungen, außer für die deutsche. Mit dem neuen Lizenzvertrag für die DDC Deutsch wird diese Einschränkung erstmals aufgehoben (und auf längere Sicht sind weitere Schritte zu erwarten!). Bei den nicht-kommerziellen Nutzern ist vorrangig an Kultur-, Forschungs- und Bildungseinrichtungen gedacht. Als Beispiel sind die ViFas im Rahmen von vascoda zu nennen.
Weitere Informationen zu Klassifikationen gibt es natürlich auch in der Wikipedia.
Buch zum Phänomen Netlabel-Szene
john, 13. November 2009
Anita Michels hat beim diesjärigen Netaudio-Festival ihr neues Buch “Netlabels: Soziale Netze On- und Offline” herausgebracht. Ab sofort ist es nicht nur bei Falk Blask im Institut für Europäische Ethnologie (oder auf Bestellung bei der Herausgeberin) gedruckt zu haben, sondern steht dank Lizenzierung unter CC-BY-NC-ND 3.0 de auch zum freien Download zur Verfügung.
Aus dem Abstract:
Das Phänomen Netaudio wird erstmals aus ethnologischer Sicht untersucht. Anhand ihres vielfältigen empirischen Materials stellt Antina Michels anschaulich dar, auf welche Art und Weise Netaudio produziert, wofür Netlabels genutzt werden und wie deren Akteure in lokalen und translokalen Szene-Netzwerken kooperieren. Die Studie verdeutlicht an zwei prägnanten Fallbeispielen – den nicht-profitorientierten Netlabeln Pentagonik und Pulsar -, wie alternative Modelle zur konventionellen Musikindustrie entstehen. Musiker, Künstler, Labelbetreiber und Veranstalter schließen sich europa- und zunehmend auch weltweit in sozialen Netzwerken zusammen. Diese Pionierarbeit zeigt auf, wie die Netaudio-Szene das Netzwerk nutzt, um ihre Ideen und Ideale erfolgreich umzusetzen. Durch die zahlreichen in diesem Buch enthaltenen Interviewpassagen, Bilder, Mental Maps und Beschreibungen bekommt der Leser einen tiefen Einblick in den Alltag der Akteure.
Purefold: Blade Runner reloaded mittels CC-BY-SA
john, 2. Oktober 2009
Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Filmprojekten, die freie Lizenzen nutzen, aber dieses hier dürfte doch eines der besonderen Art sein:
Der Film Blade Runner von 1982 ist zweifellos ein absoluter Sci-Fi-Klassiker. Und dass der Erfolg von Filmen gerne mal mit Sequels oder Prequels in die Länge gezogen wird, ist auch nichts Neues. Ridley Scott und sein Bruder Tony gehen mit ihrer Produktionsfirma RSA allerdings einen ganz neuen Weg. Zusammen mit dem Studio Ag8 wollen sie die Fangemeinde von Blade Runner durch das Projekt Purefold dazu animieren, eigene Kurzgeschichten zu erdenken, die rund um den Hauptplot des Films spielen könnten. Sie nennen das Geschäftsmodell “Online-Franchise”. Ein herkömmlicher Prequel soll aber nicht dabei rauskommen. (weiterlesen …)
Google sucht nach Creative Commons Bildern
markusb, 10. Juli 2009
Google hat seine Bilder-Suche ausgebaut und bietet jetzt komfortable Suchmöglichkeiten nach CC-lizenzierten Bildern. Dazu muss man bei images.google.de auf die “Erweiterten Einstellungen” klicken. Dort kann man unter dem Punkt “Nutzungsrechte” die gewünschten Nutzungsfreiheiten für die Suche anklicken. Und dann findet man CC-lizenzierte Bilder.
Yahoo bietet diese Möglichkeit schon länger an. Aber mit Google findet man mehr. Auf search.creativecommons.org gibt es eine Übersicht zu einigen Diensten, die es ermöglichen, CC-Content zu finden.
Das Google-Blog berichtet darüber: Find Creative Commons images with Image Search.
geograph – (sich) mal ein Bild von der Landschaft machen
john, 9. Juni 2009
Satellitenbilder der Erde haben den Nachteil, dass dieselben Orte aus der Homo-Sapiens-Perspektive meistens ganz anders aussehen. Google hat darauf mit StreetView reagiert, es geht aber auch frei lizenziert, so zu sehen bei “geograph“: Das Projekt will für jeden Quadratkilometer Deutschlands mindestens ein Foto sammeln und orientiert sich dabei am britischen Vorbild. Die Bilddaten werden unter CC-BY-SA ins Netz gestellt und können daher später auch kommerziell weiterverwendet werden – ganz im Sinne des echten Free Licensing. Noch gibt es viele weiße (bzw. grüne) Flecken auf der geograph-Deutschland-Karte, also ist Mitmachen angesagt.
Freiheit für User-Ratings
john, 24. Mai 2009
Nutzerbewertungen sind in vielen Kontexten zu einem wichtigen Instrument geworden. In den rechtlichen Vorgaben sehen die Betreiber der entsprechend ausgestatteten Plattformen allerdings meistens vor, dass sie selbst alle Rechte an eingehenden Bewertungen erhalten. Abgesehen davon, dass diese Vorgehensweise manchen einfach schon von der dahinterstehenden Philosophie her stören dürfte, fördert sie erkennbar auch die Monopolbildung im Netz. Elaborierte Bewertungen gibt man aus Zeitgründen selten auf mehreren Portalen ein, und da sie nicht von anderen Anbietern übernommen werden dürfen, bleiben diejenigen Sites bei der Anzahl (und oft auch bei der Qualität) der Bewertungen führend, die eh schon die Marktführerschaft innehaben. Das zu ändern ist das Ziel von Open Critics. Es handelt sich um eine Plattform, über die Nutzerbewertungen in andere Sites eingebunden, zentral gesammelt und auf diese Weise netzweit genutzt werden können. Die Aneignung durch irgendwen wird dabei mittels der Lizenz CC-BY-ND 2.0 de verhindert.
CC-Lizenzen bei “Wir waren so frei” – Ausstellungseröffnung
john, 29. April 2009
Beim einem Projekt der Deutschen Kinemathek, das sich mit der Wende 1989 und der Wiedervereinigung beschäftigt und seit letztem Jahr unter dem Titel “Wir waren so frei” dazu aufruft, private Fotos und Filme aus dieser Zeit zur Verfügung zu stellen, wurden von Beginn an die Beitragenden um eine Lizenzierung der eingereichten Materialien unter CC-BY-NC 2.0 de gebeten. Inzwischen ist nun schon eine ganze Menge Material eingereicht worden und eine Ausstellung entstanden, die am 30. April um 18:30 offiziell eröffnet wird. CC-DE hat bei der Einbindung der CC-Lizenz in das Projekt geholfen und wir hoffen, dass noch weiteres interessantes Material eingeht und dieses Beispiel für den Einsatz der CCPL bei einem öffentlich getragenen Projekt Nachahmer in der Zukunft finden wird.
Commons im Buch: “Wem gehört die Welt?”
john, 23. März 2009
Nach einigem Vorlauf und großartiger Koordination durch Silke Helfrich (commonsblog), die dabei durch die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt wurde, ist gerade das Buch “Wem gehört die Welt?” im Oekom-Verlag erschienen. Es vereint über 30 Einzeltexte zum Thema Allgemeingüter und Umgang damit und spannt dadurch einen zumindest in deutscher Sprache bisher einmaligen Bogen über diesen sehr umfangreichen Bereich, inklusive des Versuchs einer definitorischen Annäherung an den Begriff der “Commons”. Mit dabei sind klangvolle Namen wie Yochai Benkler, David Bollier und Richard Stallman. (weiterlesen …)
Valkaama – Open Source in Reinkultur
john, 20. Januar 2009
Das kollaborative Filmprojekt “Valkaama” nimmt es ernst mit dem Konzept offener Quellen. Im Gegensatz zu manch anderen Filmen, die zwar legal kopiert, verbreitet und gezeigt werden können, deren kreative Weiterverwendung jedoch mangels Zugriff auf die Datenquellen weder möglich noch von den Machern erlaubt ist, ist bei Valkaama sämtliches Rohmaterial online verfügbar. Remixing und Teilnahme an der Fertigstellung des Spielfilms sind ausdrücklich erwünscht. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Hendrik Behnisch, dessen Veröffentlichung für das Frühjahr 2009 vorgesehen ist, und liegt inzwischen in einer ersten Rohversion vor, die unter CC-BY-SA 3.0 Unported lizenziert ist. Initiator Tim Baumann stellte das Konzept, das auch medial einiges Echo fand, bei Open Everything in Berlin vor und kann sich inzwischen über weitere Unterstützung in Form von BitTorrent seeding freuen. Auf der dreisprachigen Webseite des Projekts gibt es neben weiteren Informationen und den Download-Links auch ein Forum, in dem u. a. über die Definition von “Open Source Film” diskutiert werden kann.






