selber-lizenzieren-link selber Inhalte lizenzieren cc-inhalte-finden-link CC-Inhalte finden
 

Praxisbeispiele

Zeigenswerte Beispiele der Verwendung von CC-Lizenzen im Alltag

Sender Freies Neukölln diskutiert

Sender Freies Neukölln diskutiert “freie Kultur von unten”

john, 20. Januar 2013

[Crosspost von netzpolitik.org]

Heute abend ab 20:15 veranstalten die Filmemacher (und Kneipiers) vom Sender Freies Neukölln eine Diskussion darüber, warum und wie man als Kreative/r alternative Regelsysteme praktisch einsetzen kann, Titel: “Creative Commons – freie Kultur von unten statt Urheberrecht von oben“. Wegen der Ausrichtung des SFN auf Film wird es sicherlich insbesondere um dieses Medium gehen, der übergeordnete Blick auf die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der Kultur allgemein wird aber auch nicht zu kurz kommen. Aus der Ankündigung (auch bei fb):

Was weiß man denn schon Genaues über CC-Lizenzen? Dass man Musik, Filme, Texte und anderes mehr jetzt nicht mehr klauen muss, sondern geschenkt bekommt …?! Dass die Kunstschaffenden irgendwie erlauben, dass man ihr Werk munter weiterreicht und -benutzt, und dafür nicht mal eine Mark kriegen …?! Eine neue, blöde Sprungbrettidee für alle, die noch bei keinem Konzern unterschrieben haben …?! Das Ende des Urheberrechts …?! Alles Quatsch.

Der Filmemacher Matthias Merkle, Regisseur und Produzent von mehreren abendfüllenden cc-Spielfilmen und zahllosen cc-Kurzfilmen (www.sender-fn.de), beschreibt, wie sich Kunst- und Kultur in Produktion und Konsum auch ganz anders begreifen lassen: als Ökosystem frei lizensierter Werke, deren Schöpfer Einflüsse (von anderen Schöpfern) neu komponieren, die an einem großen Gemeingut Kultur arbeiten, das als kooperatives Netz von Ideen, Gedanken, Bildern, Memen schließlich allen gehört, und in dem Ansprüche und Rechte gewahrt und gewürdigt, aber nicht verkauft werden.

Alle, die schon einmal Menschen mit richtig viel Erfahrung im Umgang mit CC-Lizenzen treffen wollten und in Berlin sind, sollten heute vielleicht den Raucherraum des Freien Neukölln, Pannierstr. 54 dem Tatort vorziehen. Morgen wird übrigens auch Tim Baumanns kollaborativer Open-Source-Film “Valkaama” in Berlin gezeigt.

#cc10 Musik-App von CC Korea

#cc10 Musik-App von CC Korea

john, 15. Dezember 2012

Das koreanische CC Länderprojekt um Jay Yoon feiert den 10. CC-Geburtstag mit einer App. Damit kann man CC-lizenzierte Musik finden und sich die Tracks auch gleich streamen lassen. Bisher gibt’s die App nur für iOS bei iTunes, an einer Androidversion wird gearbeitet. Disclaimer: Mangels entsprechenden Endgeräts konnte ich die App nicht testen. Es gibt aber ein kurzes Video zur App bei Vimeo. Dessen Soundtrack schlägt wiederum einen direkten Bogen zur Diskussion um “Metall auf Metall II”, der jüngst verkündeten Entscheidung des BGH zu kleinsten Samples: Der Anfang des druntergelegten Tracks stammt ganz offenhörbar von Edwin Starrs “War (what is it good for)”. Auch wenn der Volltext des BGH noch aussteht, ist davon auszugehen, dass nach BGH-Ansicht ein Sample wie dieses nicht als freie Benutzung im Sinne des § 24 UrhG gilt und damit auch kaum unter freie Lizenz gestellt werden könnte. Der Verwender müsste sich vielmehr von Starrs Plattenfirma das Recht besorgen, der ganzen Welt die Weiterverbreitung dieses doch sehr eingängigen Liedbeginns zu erlauben. Es wäre mal interessant, den zweifellos horrenden Preis eines solchen Geschäfts zu erfahren. Die GEMA jedenfalls, über die ja Vergütungen für Coverversionen und dergleichen abgerechnet werden können, bietet keinen passenden Tarif für die spätere Vergabe von CC-Lizenzen an.

DRadio Wissen startet Remix-Serie

markusb, 21. Juni 2010

[cross post von netzpolitik.org]

Der Sender DRadio Wissen hat jetzt eine eigene Netaudio-Sendung, die letzte Woche zum ersten Mal lief. Neben der Berichterstattung über Künstler, die Creative Commons Lizenzen nutzen, gibt es auch einen Remix-Teil. Musik von vorgestellten Künstler wird in remixfähigem Material online gestellt und die Hörer werden zum Mitmachen eingeladen. In dieser Form ist es das erste Mal, dass eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt alle Materialien zu einer Sendung freigibt und zum Remixen auffordert.

Erster Künstler ist Stateshirt. Hier ist ein 5 MB großes Zip-File dazu. Die Remixe sollen in künftigen Sendungen eingebaut werden.

Aus den Kommentaren:

In dem ZIP-File sind die Produktionsspuren des Beitrags, samt Manuskript, O-Töne, Overvoices, Sprechertext. Die Remix-Tracks von Stateshirt kann man auf seiner Seite finden: http://www.stateshirt.com/music/source/. Wer will, kann also entweder den Beitrag umbauen, weiterstricken, remixen oder sich der Musik annehmen und diese verändern. Oder auch beides.

Hier noch der Link zur ersten Folge der Sendung.

DDC Deutsch unter CC freigegeben

john, 27. März 2010

Ganz im Sinne von Open Science wird seit kurzem eine der wichtigsten Ressourcen des Bibliothekswesens mittels CC-Lizenz ein Stück weit befreit:

Die “Dewey-Dezimalklassifikation” (DDC) dient seit dem 19. Jahrhundert, vor allem im englischsprachigen Raum, zur inhaltlichen Erschließung von Texten und gibt in amerikanischen Bibliotheken auch häufig die Regalsortierung vor. Die deutsche Übersetzung der DDC wird über die Verwendung durch die Deutsche Nationalbibliothek immer mehr zum Standard auch für die hiesige Bibliothekslandschaft. Sie ist nun allgemein unter CC-BY-NC-ND 3.0 unported verfügbar. Das zielt darauf ab, mehr Institutionen direkten Zugriff auf alle Ebenen der DDC zu gewähren. In der Pressemitteilung der DNB heißt es dazu:

Die deutsche Fassung der DDC in MelvilSearch kann ab sofort für nicht-kommerzielle Zwecke frei genutzt und weitergegeben werden unter der Voraussetzung, dass OCLC als Rechteinhaber genannt und die Daten nicht inhaltlich bearbeitet oder verändert werden. Damit wird es zum Beispiel erstmals möglich, uneingeschränkt Notationen und Klassenbenennungen gemeinsam – auch in eigenen (Web-)Anwendungen – anzuzeigen.

Bisher war dies lediglich für die ersten drei Ebenen der DDC möglich. Das bedeutete, dass ohne Lizenz nur die obersten 1000 Klassen vollständig nutzbar waren. Je genauer aber klassifiziert werden soll, desto mehr Unterklassen werden gebraucht (was dann letztlich lange Zahlenreihen ergibt, die durch Punkte unterbrochen sind und daher ein wenig an IP-Adressen erinnern).

Dr. Heidrun Alex von der DNB teilte uns dazu weiter mit:

Ab der 4. Ebene war es nur möglich, entweder die Notation oder die Klassenbenennung anzuzeigen. Diese Einschränkung galt generell, also unabhängig davon, ob die Institution, die die DDC nutzt, kommerziell oder nicht kommerziell ist. Sie gilt auch weiterhin für die englische Ausgabe und für alle Übersetzungen, außer für die deutsche. Mit dem neuen Lizenzvertrag für die DDC Deutsch wird diese Einschränkung erstmals aufgehoben (und auf längere Sicht sind weitere Schritte zu erwarten!). Bei den nicht-kommerziellen Nutzern ist vorrangig an Kultur-, Forschungs- und Bildungseinrichtungen gedacht. Als Beispiel sind die ViFas im Rahmen von vascoda zu nennen.

Weitere Informationen zu Klassifikationen gibt es natürlich auch in der Wikipedia.

Buch zum Phänomen Netlabel-Szene

john, 13. November 2009

Anita Michels hat beim diesjärigen Netaudio-Festival ihr neues Buch “Netlabels: Soziale Netze On- und Offline” herausgebracht. Ab sofort ist es nicht nur bei Falk Blask im Institut für Europäische Ethnologie (oder auf Bestellung bei der Herausgeberin) gedruckt zu haben, sondern steht dank Lizenzierung unter CC-BY-NC-ND 3.0 de auch zum freien Download zur Verfügung.

Aus dem Abstract:

Das Phänomen Netaudio wird erstmals aus ethnologischer Sicht untersucht. Anhand ihres vielfältigen empirischen Materials stellt Antina Michels anschaulich dar, auf welche Art und Weise Netaudio produziert, wofür Netlabels genutzt werden und wie deren Akteure in lokalen und translokalen Szene-Netzwerken kooperieren. Die Studie verdeutlicht an zwei prägnanten Fallbeispielen – den nicht-profitorientierten Netlabeln Pentagonik und Pulsar -, wie alternative Modelle zur konventionellen Musikindustrie entstehen. Musiker, Künstler, Labelbetreiber und Veranstalter schließen sich europa- und zunehmend auch weltweit in sozialen Netzwerken zusammen. Diese Pionierarbeit zeigt auf, wie die Netaudio-Szene das Netzwerk nutzt, um ihre Ideen und Ideale erfolgreich umzusetzen. Durch die zahlreichen in diesem Buch enthaltenen Interviewpassagen, Bilder, Mental Maps  und Beschreibungen bekommt der Leser einen tiefen Einblick in den Alltag der Akteure.

Purefold: Blade Runner reloaded mittels CC-BY-SA

john, 2. Oktober 2009

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Filmprojekten, die freie Lizenzen nutzen, aber dieses hier dürfte doch eines der besonderen Art sein:

Blade Runner original screenshot (nicht freigegeben nach CC-Lizenz, Rechte liegen bei Blade Runner Partnership)Der Film Blade Runner von 1982 ist zweifellos ein absoluter Sci-Fi-Klassiker. Und dass der Erfolg von Filmen gerne mal mit Sequels oder Prequels in die Länge gezogen wird, ist auch nichts Neues. Ridley Scott und sein Bruder Tony gehen mit ihrer Produktionsfirma RSA allerdings einen ganz neuen Weg. Zusammen mit dem Studio Ag8 wollen sie die Fangemeinde von Blade Runner durch das Projekt Purefold dazu animieren, eigene Kurzgeschichten zu erdenken, die rund um den Hauptplot des Films spielen könnten. Sie nennen das Geschäftsmodell “Online-Franchise”. Ein herkömmlicher Prequel soll aber nicht dabei rauskommen. (mehr…)

Google sucht nach Creative Commons Bildern

markusb, 10. Juli 2009

Google hat seine Bilder-Suche ausgebaut und bietet jetzt komfortable Suchmöglichkeiten nach CC-lizenzierten Bildern. Dazu muss man bei images.google.de auf die “Erweiterten Einstellungen” klicken. Dort kann man unter dem Punkt “Nutzungsrechte” die gewünschten Nutzungsfreiheiten für die Suche anklicken. Und dann findet man CC-lizenzierte Bilder.

Yahoo bietet diese Möglichkeit schon länger an. Aber mit Google findet man mehr. Auf search.creativecommons.org gibt es eine Übersicht zu einigen Diensten, die es ermöglichen, CC-Content zu finden.

Das Google-Blog berichtet darüber: Find Creative Commons images with Image Search.

geograph – (sich) mal ein Bild von der Landschaft machen

john, 9. Juni 2009

Satellitenbilder der Erde haben den Nachteil, dass dieselben Orte aus der Homo-Sapiens-Perspektive meistens ganz anders aussehen. Google hat darauf mit StreetView reagiert, es geht aber auch frei lizenziert, so zu sehen bei “geograph“: Das Projekt will für jeden Quadratkilometer Deutschlands mindestens ein Foto sammeln und orientiert sich dabei am britischen Vorbild. Die Bilddaten werden unter CC-BY-SA ins Netz gestellt und können daher später auch kommerziell weiterverwendet werden – ganz im Sinne des echten Free Licensing. Noch gibt es viele weiße (bzw. grüne) Flecken auf der geograph-Deutschland-Karte, also ist Mitmachen angesagt.

Freiheit für User-Ratings

john, 24. Mai 2009

Nutzerbewertungen sind in vielen Kontexten zu einem wichtigen Instrument geworden. In den rechtlichen Vorgaben sehen die Betreiber der entsprechend ausgestatteten Plattformen allerdings meistens vor, dass sie selbst alle Rechte an eingehenden Bewertungen erhalten. Abgesehen davon, dass diese Vorgehensweise manchen einfach schon von der dahinterstehenden Philosophie her stören dürfte, fördert sie erkennbar auch die Monopolbildung im Netz. Elaborierte Bewertungen gibt man aus Zeitgründen selten auf mehreren Portalen ein, und da sie nicht von anderen Anbietern übernommen werden dürfen, bleiben diejenigen Sites bei der Anzahl (und oft auch bei der Qualität) der Bewertungen führend, die eh schon die Marktführerschaft innehaben. Das zu ändern ist das Ziel von Open Critics. Es handelt sich um eine Plattform, über die Nutzerbewertungen in andere Sites eingebunden, zentral gesammelt und auf diese Weise netzweit genutzt werden können. Die Aneignung durch irgendwen wird dabei mittels der Lizenz CC-BY-ND 2.0 de verhindert.

CC-Lizenzen bei “Wir waren so frei” – Ausstellungseröffnung

john, 29. April 2009

Beim einem Projekt der Deutschen Kinemathek, das sich mit der Wende 1989 und der Wiedervereinigung beschäftigt und seit letztem Jahr unter dem Titel “Wir waren so frei” dazu aufruft, private Fotos und Filme aus dieser Zeit zur Verfügung zu stellen, wurden von Beginn an die Beitragenden um eine Lizenzierung der eingereichten Materialien unter CC-BY-NC 2.0 de gebeten. Inzwischen ist nun schon eine ganze Menge Material eingereicht worden und eine Ausstellung entstanden, die am 30. April um 18:30 offiziell eröffnet wird. CC-DE hat bei der Einbindung der CC-Lizenz in das Projekt geholfen und wir hoffen, dass noch weiteres interessantes Material eingeht und dieses Beispiel für den Einsatz der CCPL bei einem öffentlich getragenen Projekt Nachahmer in der Zukunft finden wird.