Praxisbeispiele
Zeigenswerte Beispiele der Verwendung von CC-Lizenzen im Alltag
geograph - (sich) mal ein Bild von der Landschaft machen
John Weitzmann, 9. Juni 2009
Satellitenbilder der Erde haben den Nachteil, dass dieselben Orte aus der Homo-Sapiens-Perspektive meistens ganz anders aussehen. Google hat darauf mit StreetView reagiert, es geht aber auch frei lizenziert, so zu sehen bei “geograph“: Das Projekt will für jeden Quadratkilometer Deutschlands mindestens ein Foto sammeln und orientiert sich dabei am britischen Vorbild. Die Bilddaten werden unter CC-BY-SA ins Netz gestellt und können daher später auch kommerziell weiterverwendet werden - ganz im Sinne des echten Free Licensing. Noch gibt es viele weiße (bzw. grüne) Flecken auf der geograph-Deutschland-Karte, also ist Mitmachen angesagt.
Freiheit für User-Ratings
John Weitzmann, 24. Mai 2009
Nutzerbewertungen sind in vielen Kontexten zu einem wichtigen Instrument geworden. In den rechtlichen Vorgaben sehen die Betreiber der entsprechend ausgestatteten Plattformen allerdings meistens vor, dass sie selbst alle Rechte an eingehenden Bewertungen erhalten. Abgesehen davon, dass diese Vorgehensweise manchen einfach schon von der dahinterstehenden Philosophie her stören dürfte, fördert sie erkennbar auch die Monopolbildung im Netz. Elaborierte Bewertungen gibt man aus Zeitgründen selten auf mehreren Portalen ein, und da sie nicht von anderen Anbietern übernommen werden dürfen, bleiben diejenigen Sites bei der Anzahl (und oft auch bei der Qualität) der Bewertungen führend, die eh schon die Marktführerschaft innehaben. Das zu ändern ist das Ziel von Open Critics. Es handelt sich um eine Plattform, über die Nutzerbewertungen in andere Sites eingebunden, zentral gesammelt und auf diese Weise netzweit genutzt werden können. Die Aneignung durch irgendwen wird dabei mittels der Lizenz CC-BY-ND 2.0 de verhindert.
CC-Lizenzen bei “Wir waren so frei” - Ausstellungseröffnung
John Weitzmann, 29. April 2009
Beim einem Projekt der Deutschen Kinemathek, das sich mit der Wende 1989 und der Wiedervereinigung beschäftigt und seit letztem Jahr unter dem Titel “Wir waren so frei” dazu aufruft, private Fotos und Filme aus dieser Zeit zur Verfügung zu stellen, wurden von Beginn an die Beitragenden um eine Lizenzierung der eingereichten Materialien unter CC-BY-NC 2.0 de gebeten. Inzwischen ist nun schon eine ganze Menge Material eingereicht worden und eine Ausstellung entstanden, die am 30. April um 18:30 offiziell eröffnet wird. CC-DE hat bei der Einbindung der CC-Lizenz in das Projekt geholfen und wir hoffen, dass noch weiteres interessantes Material eingeht und dieses Beispiel für den Einsatz der CCPL bei einem öffentlich getragenen Projekt Nachahmer in der Zukunft finden wird.
Commons im Buch: “Wem gehört die Welt?”
John Weitzmann, 23. März 2009
Nach einigem Vorlauf und großartiger Koordination durch Silke Helfrich (commonsblog), die dabei durch die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt wurde, ist gerade das Buch “Wem gehört die Welt?” im Oekom-Verlag erschienen. Es vereint über 30 Einzeltexte zum Thema Allgemeingüter und Umgang damit und spannt dadurch einen zumindest in deutscher Sprache bisher einmaligen Bogen über diesen sehr umfangreichen Bereich, inklusive des Versuchs einer definitorischen Annäherung an den Begriff der “Commons”. Mit dabei sind klangvolle Namen wie Yochai Benkler, David Bollier und Richard Stallman. (mehr…)
Valkaama - Open Source in Reinkultur
John Weitzmann, 20. Januar 2009
Das kollaborative Filmprojekt “Valkaama” nimmt es ernst mit dem Konzept offener Quellen. Im Gegensatz zu manch anderen Filmen, die zwar legal kopiert, verbreitet und gezeigt werden können, deren kreative Weiterverwendung jedoch mangels Zugriff auf die Datenquellen weder möglich noch von den Machern erlaubt ist, ist bei Valkaama sämtliches Rohmaterial online verfügbar. Remixing und Teilnahme an der Fertigstellung des Spielfilms sind ausdrücklich erwünscht. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Hendrik Behnisch, dessen Veröffentlichung für das Frühjahr 2009 vorgesehen ist, und liegt inzwischen in einer ersten Rohversion vor, die unter CC-BY-SA 3.0 Unported lizenziert ist. Initiator Tim Baumann stellte das Konzept, das auch medial einiges Echo fand, bei Open Everything in Berlin vor und kann sich inzwischen über weitere Unterstützung in Form von BitTorrent seeding freuen. Auf der dreisprachigen Webseite des Projekts gibt es neben weiteren Informationen und den Download-Links auch ein Forum, in dem u. a. über die Definition von “Open Source Film” diskutiert werden kann.






