Doku: Patent Absurdity

Frei verbreitbar und aufschlussreich ist, was Luca Lucarini unter dem Titel „Patent Absurdity“ zu Genese und Auswirkungen von Softwarepatenten US-amerikanischer Lesart filmisch dokumentiert hat. Aufgehängt ist die Dokumentation an den öffentlichen Anhörungen zum Gerichtsverfahren In re Bernard L. Bilski and Rand A. Warsaw, das der US Supreme Court Ende 2009 entschieden hat. Die Kläger forderten ein Patent auf eine Geschäftsmethode zur Aushandlung von Rohstoffpreisen. Da diese auch einen Algorithmus zum Umgang mit Kundeninteressen umfasst, wurde erwartet, dass die Entscheidung des Gerichts mit darüber entscheiden würde, ob Softwarepatente als Prozesspatente noch stärker etabliert werden würden oder nicht. Das Gericht entschied letztlich gegen die Patentierbarkeit der Bilski-Methode, weil sie nicht auf ein bestimmtes Gerät oder einen sonstigen physischen Gegenstand bezogen sei. Der Film enthält Interviews mit Karen Sandler, Richard Stallman und anderen und steht unter der CC-Lizenz BY-ND 3.0 us im Netz.

iRights.info und HBS: Copy.Right.Now!

cover_copyrightnowGestern ist in der Reihe Schriften zu Bildung und Kultur“ der Heinrich-Böll-Stiftung unter dem Titel „Copy.Right.Now!“ eine Sammlung von Plädoyers für ein grundlegendes Umdenken im Urheberrecht erschienen. Es handelt sich dabei um das Ergebnis einer Kooperation der Stiftung mit dem Projekt iRights.info und die insgesamt 18 Beiträge und Interviews des Buches beziehen mit Lawrence Lessig, Jeanette Hofmann, Jonathan Lethem und Cory Doctorow auch Sichtweisen von jenseits des Atlantiks mit ein.

Aus der Mitteilung bei iRights.info:

Das geltende Urheberrechtsregime reibt sich zunehmend an der digitalen Alltagswirklichkeit. Während es ursprünglich als ein auf den „genialen” Schöpfer zugeschnittenes Schutzrecht gegen Missbrauch konzipiert war, verstoßen wir, ob gewollt oder unbeabsichtigt, täglich gegen bestehendes Recht. Verlustfreies Kopieren gilt den einen als Zugewinn an Freiheit, den anderen als Einschränkung von künstlerischer Verfügungsgewalt und drohender Einnahmenverlust. Ein Ende der „Copyright Wars“ erfordert ein politisches und rechtstheoretisches Neudenken.

Das Buch ist zunächst als PDF und ab 15. April dann auch gedruckt kostenlos bei der Heinrich-Böll-Stiftung erhältlich. Bestelldaten:

Schriften zu Bildung und Kultur, Band 4:
Copy.Right.Now!
Plädoyers für ein zukunftstaugliches Urheberrecht
Herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung
In Zusammenarbeit mit iRights.info
Berlin, April 2010, 140 Seiten
ISBN 978-3-86928-031-8

Bestelladresse:
Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Tel. 030-285340
Fax: 030-28534109
E-mail: info@boell.de