Die Free-Culture-Forschung zu Gast in Berlin [Update]

Noch eine Woche, dann treffen sich am 8. / 9. Oktober Forscher, Praktiker und Aktivisten in Berlin bei der diesjährigen Free Culture Research Conference. Unter dem Titel „Free Culture between Commons and Markets: Approaching the Hybrid Economy?“ werden sie über Mechanismen und Implikationen der Free Culture Bewegung sprechen und Wissen austauschen. Die Veranstalter finden:

… a unique opportunity for scholars whose work contributes to the promotion, study or criticism of a Free Culture, to engage with a multidisciplinary group of academic peers and practitioners, identify the most important research opportunities and challenges, and attempt to chart the future of Free Culture.

Das sehr kompetent besetzte Organisationskomitee hat ein umfangreiches Programm zusammengestellt, zu dem die Papers auch schon verfügbar sind. Die Bandbreite reicht von Präsentationen wie „Collaborative Authorship: From Folklore to the Wikiborg“ von Shun-Ling Chen, „Commons-based Peer Production of Physical Goods — Is There Room for a Hybrid Innovation Ecology?“ von Peter Troxler und „The role of Free Culture in the fight against corruption“ von Renata Avila Pinto über Panels wie „Government works in the public domain — All your tax-paid content are belong to us“ bis zu Lightning Talks und einer Free Culture Party am 8. Oktober ab 21:00 [Update:] im Löwenbräu am Gendarmenmarkt. Die Teilnahme ist kostenfrei möglich, allerdings muss man sich möglichst bald anmelden, um dabei sein zu können.

Die FCRC 2010 wird gemeinsam vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Freien Universität Berlin und dem Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Kooperation mit dem Communia-Netzwerk und Wikimedia Deutschland ausgerichtet und durch die Heinrich-Böll-Stiftung und die Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt.

Comic erklärt Creative Commons

Ein schönes Comic über Creative Commons hat der brasilianische Künstler @nerdson erstellt. Er stellte es in portugiesischer Sprache online, aber unter der Creative Commons – Namensnennungs-Lizenz und die Rohdateien in freien Formate dazu. Jemand nahm das Comic und übersetzte es ohne Rücksprache in die englische Sprache. So landete es bei uns und wir fanden, dass eine deutschsprachige Version her muss. In weniger als einer Stunde war diese fertig und sie steht jetzt wie das Original unter der CC-BY Lizenz und kann gerne weiterkopiert und weiterentwickelt werden.
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Bis 20.9. offen: Konsultation der EU zu Kulturerbe online

Die EU-Kommission hat einen „Ausschuss der Weisen zur Online-Verfügbarkeit von Europas Kulturerbe“ (!) eingerichtet, der darüber reflektieren soll, wie es dem kulturellen Erbe Europas in der digitalen Welt ergehen wird bzw. ergehen soll. Diese Gruppe hat nun eine öffentliche Konsultation zu ihrer Aufgabe eröffnet, an der grundsätzlich jede/r teilnehmen kann. Vom etwas seltsamen Titel des Ausschusses einmal abgesehen, ist die Konsultation eine ziemlich sinnvoll aufgebaute Online-Umfrage, die in weniger als 15 Min ausgefüllt werden kann. Noch bis zum 20.9. ist das möglich und wird hoffentlich von möglichst vielen getan.

Abstimmen und Sampler beim Free Music Contest 2010

Die Musikpiraten haben dieses Jahr zum zweiten mal ihren „Free! Music! Contest“ veranstaltet, diesmal mit starkem internationalen Einschlag und 130 Künstlern insgesamt. Aus der PM:

Diese enorme Steigerung der Teilnahmezahlen wurde nur durch die Unterstützung vieler Blogger, Online-Magazine, freier Radios und Internetradios möglich, die über den Contest berichtet haben. Insbesondere ist hierbei auch Cory Doctorow zu erwähnen, der als Schirmherr des Contests fungiert.

Der Contest soll vor allem auch die Bekanntheit von CC-lizenzierter Musik und den dahinter stehenden Bands und Künstlern fördern. Wie es sich gehört, gibt es auch dieses Jahr einen Sampler mit den am besten angekommenen Titeln, die die Jury aus über 10 Stunden Musik zusammengestellt hat: „Freeloaded“ besteht aus 2 CDs mit insgesamt 36 Titeln und ist natürlich frei zum Download verfügbar. Hier gibt es die Playlist, Links zu den Bands und die Download-Links zum Sampler selbst (auch OGG und als .torrent). Die CDs werden auch physisch ausgeliefert werden und können jetzt schon vorbestellt werden.

Die ersten Preise gingen an die Bands Reboot, Sanchez Band (beide aus Spanien) und Tetania (Weißrussland). Bis zum 30.9. kann die Netzgemeinde nun abstimmen, welche weiteren Bands die restlichen Preis-T-Shirts bekommen sollen. Am 2.10. findet dann die Party zum Contest in Wiesbaden statt.

SGAE setzt EXGAE juristisches Ultimatum

Das spanische Pendant zur GEMA, die „Sociedad General de Autores y Editores“ (kurz SGAE) hat ihre Anwaltskanzlei Lehmann & Cabaleiro ein Schreiben an die Initiative EXGAE schicken lassen, in dem die EXGAE offenbar aufgefordert wird, sich binnen 7 Tagen aufzulösen. Anderenfalls werde man ohne weitere Vorwarnung wettbewerbsrechtlich und wegen Verletzung der Markenrechte der SGAE gegen die EXGAE vorgehen und auf Schadensersatz klagen.

Leider ist noch keine englische Übersetzung des Schreibens erstellt. Falls also jemand des Rechts-Spanischen so mächtig ist, es zu übersetzen, dann wäre das hilfreich.

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Untersuchung des Pilotprogramms in NL

In Vorgriff auf die Diskussionen zu Creative Commons und Verwertungsgesellschaften, die es auf der a2n geben wird (siehe vorigen Post), ist hier für alle interessierten eine Leseempfehlung:

Mitte 2007 haben die niederländische Verwertungsgesellschaft Buma/Stemra und Creative Commons NL in einer bis dahin einmaligen Kooperation ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Mitglieder der Buma (zeitlich begrenzt) ihre Musik auch selbst unter CC-Non-Commercial-Lizenzen im Netz freigeben können. Kern des Projekts ist eine gemeinsame Definition, was „nicht kommerziell“ genau heißen soll, also von wem und wofür demnach die freigegebenen Musiktitel verwendet werden dürfen. Es wurde viel um diese Kooperation gestritten, Kritiker wie Unterstützer haben sich argumentativ daran abgearbeitet, und das Projekt wurde mehrfach und gerade erst neulich wieder verlängert. Nun liegt endlich das handfeste Ergebnis einer Untersuchung der Wirkungsweise des Pilotprogramms vor. Der angenehm kompakte und sehr informative Report dazu wurde von Paul Keller (CC NL) und Matthijs Bobeldijk (Buma/Stemra) erarbeitet und liegt auch auf Englisch als PDF vor.