SGAE setzt EXGAE juristisches Ultimatum

Das spanische Pendant zur GEMA, die „Sociedad General de Autores y Editores“ (kurz SGAE) hat ihre Anwaltskanzlei Lehmann & Cabaleiro ein Schreiben an die Initiative EXGAE schicken lassen, in dem die EXGAE offenbar aufgefordert wird, sich binnen 7 Tagen aufzulösen. Anderenfalls werde man ohne weitere Vorwarnung wettbewerbsrechtlich und wegen Verletzung der Markenrechte der SGAE gegen die EXGAE vorgehen und auf Schadensersatz klagen.

Leider ist noch keine englische Übersetzung des Schreibens erstellt. Falls also jemand des Rechts-Spanischen so mächtig ist, es zu übersetzen, dann wäre das hilfreich.

Für diejenigen, die den Hintergrund nicht kennen:

Die EXGAE hat sich zum Ziel gesetzt, Mitglieder der SGAE zum Austritt aus dieser Verwertungsgesellschaft zu bewegen. Die Aktivisten von EXGAE sehen in der SGAE eine korrupte Organisation, die ihre Macht fortwährend missbraucht, um Einzelinteressen auf Kosten der Netzkultur durchzusetzen. In den letzten zwei Jahren hat EXGAE damit einiges an Wirbel erzeugt, wobei in Spanien ohnehin erbitterter als irgendwo sonst irgendwo in Europa juristisch um frei lizenzierte Musik, File-Sharing und Open Access gekämpft wird. Die EXGAE arbeitet mit Aufklärungkampagnen, bietet Rechtsberatung für unzufriedene SGAE-Mitglieder und mischt sich auch in den spanischen Rechtssetzungsprozess ein.

Die größte Sichtbarkeit erreichte die EXGAE mit dem „Free Culture Forum“ (FCForum) in Barcelona, das sie letztes Jahr aufgezogen haben und das dieses Jahr erneut stattfindet. Die dort 2009 verabschiedete Charter for Innovation, Creativity and Access to Knowledge hat Unterstützer weltweit gefunden und endlich die Kräfte vieler Initiativen gebündelt.

Zudem sind die ans FCForum angedockten Free Culture Awards „oXcars“ derzeit wohl tatsächlich das größte Free-Culture-Event weltweit.

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