Die C3S als Brücke zwischen GEMA und Musikpiraten? C3S-Barcamp am 2.9. in Berlin

Logo C3SDie Scharmützel gehen weiter, der Musikpiraten e.V. hat dieses Mal gegen die GEMA den Kürzeren gezogen: In einem Gerichtsprozess stritten sich die Verwertungsgesellschaft und die Aktivisten unter anderem um die „heilige Kuh“ der kollektiven Musikrechteverwertung, nämlich um die GEMA-Vermutung.

Von eher praktischem Interesse ist an dem Streit, der möglicherweise in die nächste Instanz gehen wird, dass es auch um die doch sehr behördenartigen und teils anachronistisch wirkenden Meldemodalitäten der GEMA-Bürokratie ging. Um eine Aufführung oder CD-Pressung ganz genau zuordnen zu können, müssen sehr viele Daten bei der GEMA angegeben werden, die gar nicht bei jedem Veranstalter oder Produzenten vorhanden sind oder mit vertretbarem Aufwand beschafft werden können. Solche Details behindern viele völlig legale Musikstrukturen außerhalb des GEMA-Systems.

Außer diesen eher unangenehmen Auseinandersetzungen wird aber auch konstruktiv gearbeitet, nämlich am Aufbau der „Cultural Commons Collecting Society“ (C3S). Kommendes Wochenende gibt es das erste BarCamp der Initiative, finanziert durch crowd funding. Dort sollen von den großen Stellschrauben bis zum kleinsten Webformular alle Aspekte der geplanten neuen Verwertungsgesellschaft C3S durchdiskutiert werden sollen – öffentliches Ideensammeln statt Kungeln im Hinterzimmer.

Letztlich wäre ein erfolgreicher Start der C3S sowohl für Künstler mit Sinn für freie Lizenzen als auch für die Anhänger der GEMA-Idee hilfreich. Etwas Entgegenkommen der GEMA vorausgesetzt (gemeinsame Bewirtschaftung der Titel unter GEMA-Vermutung), könnte die C3S als eine Art Brücke zwischen den mittlerweile durch tiefe Gräben getrennten Gruppen von Kreativen wirken. Damit es so kommt, ist noch viel Überzeugungsarbeit auf beiden Seiten zu leisten und ohne Unterstüztung durch die Kreativen wird weder die GEMA sich wandeln noch die C3S wirklich durchstarten können.