Im September: Lizenztextlesung und OERde14

Zwei Veranstaltungen werfen ihre Schatten voraus:

Am 2. September findet in den Räumen von Wikimedia in Berlin die erste „CC Lizenztextlesung“ überhaupt statt. Organisiert wird sie maßgeblich durch Jöran Muuß-Merholz für pb21 und nähere Informationen gibt es hier. Interesse bekunden/zusagen kann man schon jetzt, und zwar über facebook oder Google+.

Am 12. und 13. September schließt sich dann die OERde14 an, die zweite große OER-Konferenz nach der sehr erfolgreichen OERde13 letztes Jahr, diesmal noch größer dank neuer Location mit noch mehr Platz und mit der Bundeszentrale für politische Bildung als Hauptförderer. Klare Schwerpunkte dieses Jahr sind die didaktischen Implikationen von OER, die Fragen nach der „richtigen“ OER-Politik und erneut der Blick über den Tellerrand in andere Länder und auf deren Ansätze.

Endlich wird es spannend: Die NC-Einschränkug nach deutschem Recht

Im Jahr des 10. Jubiläums der für das deutsche Recht portierten CC-Lizenzen wird es endlich wirklich spannend rund um die Frage, was das Lizenzelement „NC – Keine kommerzielle Nutzung“ für öffentlich-rechtlich verfasste Nachnutzende bedeutet, in diesem Falle für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Wie bei der kürzlich ergangenen Pixelio-Entscheidung steht wieder das Landgericht Köln mit einer Entscheidung im Mittelpunkt. Leonhard Dobusch hat einen sehr guten Beitrag zum neuen Fall bei netzpolitik.org geschrieben, dem eigentlich nur noch hinzuzufügen ist, dass wir von CC DE hoffen, dass der Rechtsstreit zumindest vor das OLG Köln als zweite Instanz kommen wird. Der Volltext der langerichtlichen Entscheidung jedenfalls geht so wenig auf den eigentlichen Lizenztext und seine Auslegung ein, dass dies nicht ernsthaft das letzte Wort sein kann.

[Update] Stellungnahme zu möglichen Auswirkungen der Pixelio-Entscheidung

Anfang Februar hat eine erstinstanzliche Entscheidung des Landgerichts Köln für Wirbel gesorgt, in welcher es vor allem um das Erfordernis der Namensnennung des Urhebers bei der Nutzung von Fotos ging. In den für die Entscheidung auszulegenden AGB der Bilderplattform Pixelio.de wird die Namensnennung in ähnlich flexibler Weise gefordert wie in Creative-Commons-Lizenzen. Das Landgericht Köln versteht die Pixelio-AGB so, dass der Name des Urhebers zwingend auch dann sichtbar zu sein hat, wenn das betreffende Bild separat und außerhalb des eigentlichen Zusammenhangs der Nutzung angezeigt werden kann – etwa durch die Browserfunktion „Grafik anzeigen“. Soweit dieses separate Anzeigen möglich sei, so das Gericht, müsse der Urhebername entweder im/am Bild selbst oder wenigstens in der URL, also der eigenen Webadresse des Bildes auftauchen. „[Update] Stellungnahme zu möglichen Auswirkungen der Pixelio-Entscheidung“ weiterlesen

Endspurt der CC-Spendenkampagne

Creative Commons als Kuratororganisation wird fast ausschließlich aus Spenden und Projektfördermitteln finanziert. Die halten das Hauptbüro in Kalifornien am Laufen und unterstützen eine Handvoll auswärtige Helfer (wie die Regionalkoordinatoren). Alle anderen Mithelfenden sind ehrenamtlich tätig oder fahren die lokalen CC-Projekte als Teil ihrer sonstigen Arbeit, zum Beispiel an Hochschulen. Immer im letzten Quartal eines Jahres veranstaltet CC HQ daher eine Spendenkampagne, dieses Jahr rund um das „Team Open„. Damit soll besonders auf diejenigen hingewiesen werden, die durch CC-Tools besser oder anders kreativ sein können als es ohne der Fall wäre.

Wer schon immer dachte, dass das mit diesen Lizenzen doch eine ganz gute, unterstützenswerte Idee ist, kann heute noch spenden (und dann natürlich noch für 2013 auch eine entsprechende Spendenbescheinigung bekommen, wenn gewünscht). Der Bereich dafür auf der CC-Hauptseite ist https://donate.creativecommons.org/, wo einige Mitarbeiter von CC HQ sich als Models für diversen Swag versuchen. Das deutsche CC-Projekt ist übrigens unabhängig auch von der CC-HQ-Finanzierung und hat darum eine eigene Spendenseite. Wer also lieber nicht in die USA spendet, hat eine lokale Alternative. Markus und ich bedanken uns schon im Voraus bei allen Spenderinnen und Spendern! Außerdem einen guten Rutsch für alle, die mitlesen.

Version 4.0 ist da!

[teilweiser crosspost von iRights.info]

Es hat länger gedauert als gedacht, ziemlich genau doppelt so lang, aber am heutigen 25. November 2013 wird sie endlich vorgestellt: Die Version 4.0 der Creative-Commons-Lizenzen, kurz CCPL4. Dies soll so etwas wie „die endgültige Version“ sein und wenn die Abstände zwischen den Versionen weiter so zunehmen, wäre mit einer CCPL5 erst um das Jahr 2025 herum zu rechnen.

An der schon bekannten Einteilung in sechs verschiedene Lizenztypen mit den jeweils unterschiedlich kombinierten Elementen „Namensnennung“ (BY), „keine kommerzielle Nutzung“ (NC), „keine Bearbeitungen“ (ND) und „Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ (Share Alike) wurde festgehalten. Die neuen Lizenzen haben aber eine völlig neue Textstruktur bekommen. Sie sind stärker gegliedert, was dem Textwüsteneindruck entgegenwirken und der Übersichtlichkeit dienen soll. Davon abgesehen gibt es aber auch inhaltlich bzw. von den Funktionalitäten her diverse Neuerungen. „Version 4.0 ist da!“ weiterlesen

CC DE sucht Unterstützung für Übersetzungen

Bei Creative Commons gehen die praktischen Vorbereitungen für die anstehende Lizenzenversion 4.0 gerade in die heiße Phase. Ein wichtiger Teil der Vorbereitung ist die Übersetzung der Textbausteine, aus denen die „Commons Deed“ (die vereinfachte Darstellung der jeweiligen CC-Lizenz) auf dem Server von CC zusammengebaut wird. Es sollen so viele Sprachen wie möglich bereits übersetzt vorliegen, wenn die neue Lizenzenversion demnächst startet. Zum Einsatz kommen diese Textbausteine u.a. dann, wenn man bei der englischen Darstellung ganz unten auf „This page is available in the following languages: … Deutsch“ klickt, siehe http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/. Dafür, dass Nicht-Juristen die Lizenzen in ihrer eigenen Sprache erklärt bekommen können, ist diese Funktion sehr wichtig. Mit den eigentlichen Lizenztexten hat das alles nur indirekt zu tun. „CC DE sucht Unterstützung für Übersetzungen“ weiterlesen

C3S-Crowdfunding endet morgen

Die C3S-Initiative ist vergangene Woche am Rande des Reeperbahnfestivals in Hamburg zu einer tatsächlich gegründeten Gesellschaft geworden. Ihr voller Name lautet Europäische Genossenschaft “Cultural Commons Collecting Society SCE mbH”, eine Party zur Feier der Gründung ist für Oktober/November geplant. Derweil endet das bisher schon recht erfolgreiche Crowdfunding für die C3S morgen, am 30. September. Die Kampagne hat das Mindestziel von 50.000 EUR bereits deutlich überschritten, peilt aber insgesamt 200.000 EUR an, da das Land NRW wahrscheinich über ein spezielles Förderprogramm bis zu dieser Summe um den am Ende gesammelten Betrag aufstocken wird. Jeder crowdgefundete Euro zählt also gewissermaßen doppelt. Derzeit liegt die Kampagne bei knapp 110.000 EUR, da ist noch deutlich Luft nach oben. Daher ruft das Team alle Interessierten auf, sich auf den letzten Metern noch zu beteiligen.

Extrarunde: Entwurf Nr. 4 zur CCPL 4.0 steht zur Diskussion

Eigentlich hatte die öffentliche Konsultationsphase zu Entwurf Nr. 3 der kommenden CC-Lizenzversion 4.0 Höhepunkt und Abschluss der Versionierung sein sollen. Es kamen aber noch so viele gute Ideen und Rückmeldungen aus der Praxis hinzu, dass beim CC Global Summit die Entscheidung fiel, noch eine Extrarunde einzulegen. Nun steht Entwurf Nr. 4 zur Diskussion online, diesmal allerdings nur für eine kürzere Zeit von rund 2 Wochen. „Extrarunde: Entwurf Nr. 4 zur CCPL 4.0 steht zur Diskussion“ weiterlesen

CC-Workshop bei #OERde13 – ein vorsichtiger Schritt in die politische Arena

(crosspost vom WMDE-Blog)

#OERde13 LogoCC-Lizenzen als rechtliche Werkzeuge zur Freigabe von Inhalten sind aus den freien Bildungsressourcen genauso wenig wegzudenken wie die GNU Public License und ihre Verwandten aus dem Betriebssystem Linux. Zugleich hat sich Creative Commons als Organisation und Netzwerk von Aktivisten stets vor allem in der Rolle eines Hintergrunddienstleisters verstanden, der zwar möglichst gute Werkzeuge bereitstellt, ansonsten aber möglichst weitgehende Neutralität wahrt. CC-Lizenzen sollten ein „Hack“ für diejenigen sein, die sich eine andere (Copyright-)Politik wünschen, es aber leid sind, auf deren Kommen zu warten. So gesehen steckt im ganzen Ansatz, per Lizenzen andere, bessere Regeln zu schaffen eine fast ausdrückliche Verneinung der Sinnhaftigkeit des ganzen Politikbetriebs, soweit der sich mit dem Urheberrecht befasst. Das ändert sich gerade. „CC-Workshop bei #OERde13 – ein vorsichtiger Schritt in die politische Arena“ weiterlesen