Schwerpunkt 2011: CC und Open Data

Seit Entstehung der CC-Lizenzen 2001/2002 gab es immer wieder Diskussionen über die Frage, ob sie nun für Daten taugen oder nicht. Mit dem zunehmenden Gewicht von freien Datenprojekten wie OpenStreetMap ist diese Frage immer bedeutsamer geworden, wurde aber nie so richtig beantwortet. Mit einem „Topic Report“ für die europäische ePSI-Plattform und einer Reihe von News-Posts zu CC und Daten wird das nun anders. „Schwerpunkt 2011: CC und Open Data“ weiterlesen

Public Domain Review gestartet

Zum Public Domain Day 2011 hat die Open Knowledge Foundation unter http://publicdomainreview.okfn.org eine neue Onlinepublikation gestartet. Dort werden sich eingeladene Autoren inhaltlich mit ausgewählten „Neuzugängen“ der Public Domain beschäftigen, also mit gerade erst gemeinfrei gewordenen Werken und/oder ihren Autoren. Den Anfang machen die Werke von Nathanael West, allen voran sein „Day of the Locust“.

Führungswechsel bei Creative Commons

Joi Ito, seit 2007 Geschäftsführer von Creative Commons und in diesem Amt Nachfolger von Lawrence Lessig, hat angekündigt, im Frühjahr 2011 seine operative Verantwortung weiterzugeben. Itos Nachfolgerin soll Cathy Casserly werden, Mathematikerin und promovierte Volkswirtin mit einiger Reputation vor allem im Bereich der Open Educational Resources (OER). „Führungswechsel bei Creative Commons“ weiterlesen

Mitreden erwünscht: CC überholt und ergänzt seine universellen Tools

Seit gestern können im Labs-Bereich von CC die Vorentwürfe für die neue „Public Domain Mark“ (PDM), für eine verbesserte CC0 Deed und für neue Nutzungsrichtlinien betrachtet und noch bis zum 18. August auch kommentiert werden.

Anschließend wird die PDM als neues Tool offiziell freigegeben werden. Die PDM ergänzt und ersetzt zum Teil die bereits seit längerem nutzbare „Public Domain Certification“. Anders als die 6 CC-Lizenzen und die Aufgabeerklärung CC0 ist die PDM nur ein Kennzeichnungswerkzeug, ändert also an den Nutzungsrechten am betreffenden Werk nichts, sondern kennzeichnet es als gemeinfrei. Wie bei allen Tools von CC übernimmt auch der Markierende bei der PDM keinerlei Haftung dafür, dass das Werk auch tatsächlich den angegeben Status der Gemeinfreiheit hat. Das zeigt, dass die PDM vor allem auf Institutionen zugeschnitten ist, die ohnehin bereits im Netz Angaben zur Gemeinfreiheit machen (wie etwa öffentliche Archive hinsichtlich ihres eigenen Bestandes). Sie soll aber dennoch auch von Einzelnen eingesetzt werden können. Daher sollte die Kommentierungsphase von allen Interessierten genutzt werden, um ggf. noch Anmerkungen einzubringen.

Die Verbesserung der CC0 Deed ist rein optischer Natur und besteht vor allem darin, dass dieses Werkzeug nun leichter von den 6 normalen CC-Lizenzen unterscheidbar wird. Anhand der neuen Optik wird klarer, dass es sich a) um ein universelles, nicht für verschiedene Länder portiertes Tool handelt und es b) zuallererst ein Werkzeug zur Aufgabe von Rechten ist und nur als Fallback eine bedingungslose Lizenz enthält.

In beide Tools spielen die neuen Richtlinien („Norms“) zum Umgang mit Public-Domain-Werken mit hinein, die derzeit ebenfalls zur Diskussion stehen. Sie sollen – ohne ein verbindlicher Vertrag zu sein – einen rücksichtsvollen Umgang mit diesen Werken anmahnen und als Quasi-Standard etablieren helfen. Für sie ist eigentlich eine längere Diskussionsperiode nötig und auch geplant, daher werden die Norms zwar bereits mit der neuen PDM (s.o.) freigegeben, das aber nur in einer Vorabversion. Auch hier gilt, dass sich alle Interessierten in die Diskussion einbringen sollten.

WIPO-Artikel zur Umlizenzierung der Wikipedia

In der Novemberausgabe des zweimonatlich erscheinenden Magazins der WIPO ist ein Artikel von Herkko Hietanen erschienen, Legal Project Lead von CC in Finnland. Er setzt sich mit den Umständen der Um- bzw. Nachlizenzierung der Wikipedia-Inhalte auseinander und vor allem auch mit dem Problem der noch immer nicht erreichten Kompatibilität von Open-Access-Lizenzen untereinander.

GEMA vor der Selbstauflösung?

Beim Camp der all2gethernow in Berlin im September diesen Jahres war schon bei der allerersten Diskussionsrunde „Verwertungsgesellschaften und alternative Lizenzen“ eine gänzlich ungewohnte GEMA zu erleben gewesen. Deren Justiziar Kilian Steiner hatte nämlich – wenn auch auf tadellosem Englisch – zu verstehen gegeben, dass die GEMA-Offiziellen bereit sind, das gesamte System der altehrwürdigen Gesellschaft auf den Prüfstand zu stellen. Vor dem Hintergrund alternativer Verbreitungs- und Verwertungsmodelle im Netz solle es keine Denkverbote geben, was die Arbeitsweise der GEMA angehe, so Steiner. Das lässt auf einen vernünftigeren Umgang hoffen.

Es gab allerdings am nächsten Tag eine weitere Veranstaltung mit GEMA-Beteiligung, und zwar ein klassisches Panel im Rahmen der Cloud der all2gethernow: Der VUT hatte zusammen mit media.net berlin brandenburg in den Meistersaal am Potsdamer Platz geladen und war auf dem Panel auch mit seinem Vorsitzenden und Freibank-Chef Mark Chung vertreten. Unter juristisch geschulter Moderation hieß das Thema „Musik im Internet – Nadelöhr Rechteerwerb“. Alle Diskutanden schienen dabei mehr oder weniger frei von zurechtgelegten Aussagen drauflos zu sprechen, aber vor allem Alexander Wolf (bei der GEMA u.a. Syndikus für internationale Rechtsfragen) hatte überraschende Antworten parat.  „GEMA vor der Selbstauflösung?“ weiterlesen

CC-Studie zu „Noncommercial“ abgeschlossen

Heute wurden unter dem Titel Defining „Noncommercial“: A Study of How the Online Population Understands „Noncommercial Use“ die Ergebnisse der NC-Studie veröffentlicht, die CC.org letztes Jahr begonnen hatte. Es ging darum, etwas mehr Klarheit darüber zu gewinnen, was netzweit tatsächlich unter „nicht-kommerziell“ verstanden wird. Die darauf verweisende NC-Bedingung ist die wohl umstrittenste der 4 Bedingungen, die kombiniert die 6 CC-Lizenzen ergeben. „CC-Studie zu „Noncommercial“ abgeschlossen“ weiterlesen

Neu im Programm: CC0

Bei O’Reillys Emerging Technology Conference hat Joi Ito letzte Woche ein neues Werkzeug in der Palette von Creative Commons vorgestellt: Es nennt sich „CC0“ (sprich „CC zero“) und ersetzt grundsätzlich die manchen vielleicht bekannt gewesene „Public Domain Dedication and Certification“.

Die Idee dahinter ist, eine Möglichkeit zur völligen Aufgabe aller eigenen Schutzrechte an einem bestimmten Inhalt zu schaffen. Wie bei den 6 Kernlizenzen von CC auch, wird bei CC0 eine privatrechtliche Erklärung zur Lockerung des gesetzlichen Standardschutzes genutzt. Im Fall von CC0 wird der Schutz auf Null gebracht und dadurch vorzeitig der Zustand hergestellt, der eintritt, wenn der gesetzliche Schutz durch Zeitablauf ausläuft.  „Neu im Programm: CC0“ weiterlesen