Landtagswahlen: Das Bündnis Freie Bildung macht den Parteien-Check

Das Bündnis Freie Bildung (BFB), das von CC DE mitgegründet wurde und der Zivilgesellschaft eine Stimme in der politischen Debatte um OER geben will, hat Wahlprüfsteine für die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg aufgestellt. Gefragt wurden die Parteien folgendes:

  • Wie und warum sollen staatlich finanzierte Bildungsmaterialien frei lizenziert werden?
  • Was sind die konkreten Ziele und Maßnahmen für die kommende Legislaturperiode?
  • Welche freie Lizenz wird empfohlen?

Inzwischen sind von den meisten Parteien Antworten da und tabellarisch ausgewertet worden. Eine Wahlempfehlung leitet das BFB daraus nicht ab.

Das Bündnis Freie Bildung bezieht Position

Bündnis Freie Bildung - PositionspapierVor etwas über einem Jahr haben Wikimedia Deutschland, die Open Knowledge Foundation Deutschland und CC DE das “Bündnis Freie Bildung” auf die Schiene gesetzt. Inzwischen sind mit Serlo.org, der Free Software Foundation Europe und der Technologiestiftung Berlin weitere starke Partner hinzugekommen. Das Bündnis will erreichen, dass die Argumente für den Einsatz frei nutzbarer Bildungsmaterialien (weltweit bekannt als Open Educational Resources, OER) auf der politischen Ebene in Deutschland eine stärkere Stimme erhalten. Den Verantwortlichen in Staats- und Senatskanzleien soll ebenso wie den Mitgliedern der Parlamente deutlich gemacht werden, welche Möglichkeiten in OER stecken und was politisch, rechtlich und organisatorisch notwendig ist, um möglichst viel davon Wirklichkeit werden zu lassen. Heute stellt das Bündnis sein zentrales Positionspapier „Der Weg zur Stärkung freier Bildungsmaterialien“ der Öffentlichkeit vor. Es wird über die Zeit nach Bedarf verändert und fortgeschrieben werden und zeigt die Standpunkte auf, von denen sich das Bündnis leiten lässt. Wir hoffen auf rege Debatten rund um diese Standpunkte und darüber hinaus, nicht nur mit Politikern.

CC-Workshop bei #OERde13 – ein vorsichtiger Schritt in die politische Arena

(crosspost vom WMDE-Blog)

#OERde13 LogoCC-Lizenzen als rechtliche Werkzeuge zur Freigabe von Inhalten sind aus den freien Bildungsressourcen genauso wenig wegzudenken wie die GNU Public License und ihre Verwandten aus dem Betriebssystem Linux. Zugleich hat sich Creative Commons als Organisation und Netzwerk von Aktivisten stets vor allem in der Rolle eines Hintergrunddienstleisters verstanden, der zwar möglichst gute Werkzeuge bereitstellt, ansonsten aber möglichst weitgehende Neutralität wahrt. CC-Lizenzen sollten ein „Hack“ für diejenigen sein, die sich eine andere (Copyright-)Politik wünschen, es aber leid sind, auf deren Kommen zu warten. So gesehen steckt im ganzen Ansatz, per Lizenzen andere, bessere Regeln zu schaffen eine fast ausdrückliche Verneinung der Sinnhaftigkeit des ganzen Politikbetriebs, soweit der sich mit dem Urheberrecht befasst. Das ändert sich gerade. „CC-Workshop bei #OERde13 – ein vorsichtiger Schritt in die politische Arena“ weiterlesen