Landtagswahlen: Das Bündnis Freie Bildung macht den Parteien-Check

Das Bündnis Freie Bildung (BFB), das von CC DE mitgegründet wurde und der Zivilgesellschaft eine Stimme in der politischen Debatte um OER geben will, hat Wahlprüfsteine für die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg aufgestellt. Gefragt wurden die Parteien folgendes:

  • Wie und warum sollen staatlich finanzierte Bildungsmaterialien frei lizenziert werden?
  • Was sind die konkreten Ziele und Maßnahmen für die kommende Legislaturperiode?
  • Welche freie Lizenz wird empfohlen?

Inzwischen sind von den meisten Parteien Antworten da und tabellarisch ausgewertet worden. Eine Wahlempfehlung leitet das BFB daraus nicht ab.

Paper zu CC-NC-Lizenzen und Verwertungsgesellschaften

Da die EU-Mitgliedsstaaten bis April 2016 Zeit haben, die neue EU-Richtlinie zur kollektiven Rechtewahrnehmung umzusetzen, haben sich Prof. Axel Metzger und Tobias Heinemann in einer gerade erschienenen Analyse den Status Quo und die denkbaren Optionen für die Zukunft angesehen. Es geht dabei vor allem um die Vorgabe der Richtlinie, nach der Urheberinnen und Urheber zukünftig trotz Mitgliedschaft in einer Verwertungsgesellschaft (VG) nicht-kommerzielle Freigaben selbst vornehmen können sollen. Hier fragt sich, ob, wie und durch wen CC-Lizenzen mit der Einschränkung „NC“ eingesetzt werden können, um nicht-kommerzielle Nutzungen zu erlauben. „Paper zu CC-NC-Lizenzen und Verwertungsgesellschaften“ weiterlesen

Das Bündnis Freie Bildung bezieht Position

Bündnis Freie Bildung - PositionspapierVor etwas über einem Jahr haben Wikimedia Deutschland, die Open Knowledge Foundation Deutschland und CC DE das “Bündnis Freie Bildung” auf die Schiene gesetzt. Inzwischen sind mit Serlo.org, der Free Software Foundation Europe und der Technologiestiftung Berlin weitere starke Partner hinzugekommen. Das Bündnis will erreichen, dass die Argumente für den Einsatz frei nutzbarer Bildungsmaterialien (weltweit bekannt als Open Educational Resources, OER) auf der politischen Ebene in Deutschland eine stärkere Stimme erhalten. Den Verantwortlichen in Staats- und Senatskanzleien soll ebenso wie den Mitgliedern der Parlamente deutlich gemacht werden, welche Möglichkeiten in OER stecken und was politisch, rechtlich und organisatorisch notwendig ist, um möglichst viel davon Wirklichkeit werden zu lassen. Heute stellt das Bündnis sein zentrales Positionspapier „Der Weg zur Stärkung freier Bildungsmaterialien“ der Öffentlichkeit vor. Es wird über die Zeit nach Bedarf verändert und fortgeschrieben werden und zeigt die Standpunkte auf, von denen sich das Bündnis leiten lässt. Wir hoffen auf rege Debatten rund um diese Standpunkte und darüber hinaus, nicht nur mit Politikern.

Mars- und Kometenbilder der Europäischen Raumfahrtagentur ESA jetzt unter CC-IGO-Lizenzen

Hellas Chaos

15697885280_d0407ff456_zIm November 2014 hatte die Europäischen Raumfahrtagentur ESA bereits Dutzende Bilder des Kometen 67P, aufgenommen von der spektakulären Rosetta Mission, unter der Creative Commons CC BY-SA IGO-Lizenz veröffentlicht und die Beweggründe in einem ausführlichen Blogbeitrag der ESA dargelegt. „Mars- und Kometenbilder der Europäischen Raumfahrtagentur ESA jetzt unter CC-IGO-Lizenzen“ weiterlesen

[Update] Unklarheit über Urteil des OLG Köln in Sachen CC NC und Deutschlandradio

Momentan verbreitet sich die Nachricht, dass das OLG Köln im prominenten Fall der CC-Fotonutzung durch Deutschlandradio das Urteil des LG Köln korrigiert habe. Nach der Meldung der befassten Kanzlei Loschelder soll die Nutzung durch Deutschlandradio nicht als kommerziell anzusehen sein. Das war erwartet worden und es dürfte für viele die CC-Welt wieder geraderücken, dass „nicht-kommerziell“ eben nicht mit „privat“ gleichzusetzen ist. Verwundern muss allerdings, dass das OLG Köln Deutschlandradio wohl dennoch zur Unterlassung verurteilt hat, weil im konkreten Fall das Bild beschnitten worden war. Wenn der Tatbestand der geschwärzten Urteilsfassung der Vorinstanz (PDF) stimmt, stand das Bild unter CC BY-NC 2.0, einer Lizenz, die sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch sehr wohl Bearbeitungen und Umgestaltungen erlaubt, siehe Ziffern 1.a und 3 im jeweiligen Legalcode. Dann hätte das OLG Köln leider den Schnitzer des Landgerichts nur durch einen anderen, ebenso gravierenden ersetzt. Es bleibt daher spannend bis der Volltext der Entscheidung vorliegt. Interessierte sollten die einschlägigen Blogs im Auge behalten …



[Update 25.11.2014, 18:30]
Des Rätsels Lösung scheint darin zu liegen, dass bei der Nutzung des Bildes nicht angegeben worden war, dass etwas weggeschnitten wurde. Auch die CC-Lizenzen ohne die Einschränkung „Keine Bearbeitungen“, also ohne „ND“ im Namen, fordern diese Angabe. In der wohl einschlägigen CC BY-NC 2.0 ist sie in Ziffer 4c zu finden. Der Sinn liegt natürlich darin, dass eine Urheberin bzw. ein Urheber, auch wenn sie/er Bearbeitungen zulässt, nicht allein mit bearbeiteten Fassungen seines Werkes in Verbindung gebracht werden soll, die sie/er so gar nicht in die Welt gesetzt hat. Offenbar war im Falle des OLG Köln das Weggeschnittene auch noch ein Teil der Bilddatei, in dem der Name des Fotografen zu lesen gewesen war, der dann allerdings anderweitig wohl dennoch genannt wurde.
Der letzte interessante Baustein bleibt daher die Frage, ob der direkt ins Bild geschriebene Urhebername in den eigentlichen Bildinhalt geschrieben oder als zusätzlicher Streifen o.ä. an die eigentlichen Bildinformationen angehängt war. In letztem Falle könnte man argumentieren, dass das Abschneiden das eigentliche Werk gar nicht verändert und dann Ziffer 4c gar nicht zum Tragen kommt. Vertretbar ist aber sicherlich auch die strikte Sicht, das jegliche optisch wahrnehmbare Veränderung der Datei eine Bearbeitung/Umgestaltung/Abwandlung sei.

CC DE sucht Unterstützung für Übersetzungen

Bei Creative Commons gehen die praktischen Vorbereitungen für die anstehende Lizenzenversion 4.0 gerade in die heiße Phase. Ein wichtiger Teil der Vorbereitung ist die Übersetzung der Textbausteine, aus denen die „Commons Deed“ (die vereinfachte Darstellung der jeweiligen CC-Lizenz) auf dem Server von CC zusammengebaut wird. Es sollen so viele Sprachen wie möglich bereits übersetzt vorliegen, wenn die neue Lizenzenversion demnächst startet. Zum Einsatz kommen diese Textbausteine u.a. dann, wenn man bei der englischen Darstellung ganz unten auf „This page is available in the following languages: … Deutsch“ klickt, siehe http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/. Dafür, dass Nicht-Juristen die Lizenzen in ihrer eigenen Sprache erklärt bekommen können, ist diese Funktion sehr wichtig. Mit den eigentlichen Lizenztexten hat das alles nur indirekt zu tun. „CC DE sucht Unterstützung für Übersetzungen“ weiterlesen

OER-Konferenz im September: Beiträge gesucht

Gemeinsam mit Wikimedia Deutschland e.V., der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und dem Co:llaboratory veranstaltet CC DE im Herbst in Berlin eine zweitägige Konferenz zum Thema „Open Educational Resources“ (OER), zu deutsch „Offenen Bildungsressourcen“. Bis zum 23.6. können nun Beiträge für die Konferenz eingereicht werden, hier (GDoc) gibt es ein paar Hinweise dazu und auch die Planungswebsite steht bereits.

Also: Gute Ideen vor!

Auch als Teilnehmer der Konferenz kann man sich bereits anmelden.

Update: Inzwischen sind auch die Flyer zur Konferenz online und fertig zum Verbreiten, hier z.B. in blau.

Netzpolitische Jahresrückblicke unter CCPL erschienen

Im Dezember sind gleich zwei Publikationen erschienen, die das Jahr 2012 in netzpolitischer Hinsicht Revue passieren lassen:

Den Anfang machte iRights.info (über den gerade gegründeten Eigenverlag iRights Media) mit „Das Netz 2012 – Jahresrückblick Netzpolitik„, einem Magazinformat von 140 Seiten mit Beiträgen u. a. von Prof. Wolfgang Kleinwächter, Johnny Haeusler, Constanze Kurz, Till Kreutzer und Wolfgang Blau und mehreren Interviews, u. a. mit Datenschützer Peter Schaar. Es enthält auch Monatsübersichten, die die netzpolitischen Ereignisse des Jahres übersichtlich darstellen.

Heute ist dann das „Jahrbuch Netzpolitik 2012“ im ebenfalls neuen Eigenverlag der Blogger von netzpolitik.org erschienen, zunächst nur elektronisch und im klassischen Buchformat mit über 260 Seiten und Beiträgen u. a. von Ben Scott, Prof. Felix Stalder, Joi Ito und ebenfalls Johnny Haeusler und Constanze Kurz. Beide Rückblicke stehen jeweils unter einer CC-Lizenz und im Rückblick von netzpolitik.org spielt CC auch inhaltlich eine hervorgehobene Rolle, sind doch allein die ersten 27 Seiten mit einem Beitrag von Leonhard Dobusch und einem Interview mit Prof. Lawrence Lessig vollständig dem alternativen Ansatz von Creative Commons gewidmet.

morgen: a2n Salon – Zukunft des Urheberrechts

Morgen findet im Münzsalon in Berlin-Mitte der nächste a2n-Salon statt. Thema ist diesmal die “Zukunft des Urheberrechts”. Aus der Ankündigung:

Wie soll die Zukunft des Urheberrechts aussehen? Aus verschiedenen Perspektiven funktioniert das derzeit gültige Urheberrecht nicht wirklich, zumal im digitalen Raum, sei es für Remix Künstler oder für Musiklabels. Ein neu verhandelter Interessensausgleich, der die aktuellen digitalen Möglichkeiten und Gegebenheiten für Produzenten, Konsumenten, Verwerter und Prosumer mitdenkt und mit einbezieht, ist überfällig. „morgen: a2n Salon – Zukunft des Urheberrechts“ weiterlesen

Unter CCPL: Wikimedia-Wettbewerb zur Zedler-Medaille

[crosspost von www.antischokke.de]

Energie des Wissen - was Wissen schafft, bewegt!Neue Autoren für die Freie Enzyklopädie Wikipedia zu gewinnen und hochwertige Artikel und Bilder zu generieren, ist das Ziel des laufenden Wettbewerbes von Wikimedia Deutschland. Bereits zum vierten Mal verleiht der gemeinnützige Verein gemeinsam mit der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur und dem Verlag Spektrum der Wissenschaft die Zedler-Medaille. Gesucht und ausgezeichnet werden neue Lexikonbeiträge und Bilder aus Natur- und Geisteswissenschaften sowie zum Thema „Wissenschaftsjahr 2010 – Die Zukunft der Energie“.

„Unter CCPL: Wikimedia-Wettbewerb zur Zedler-Medaille“ weiterlesen