iRights.info und HBS: Copy.Right.Now!

cover_copyrightnowGestern ist in der Reihe Schriften zu Bildung und Kultur“ der Heinrich-Böll-Stiftung unter dem Titel „Copy.Right.Now!“ eine Sammlung von Plädoyers für ein grundlegendes Umdenken im Urheberrecht erschienen. Es handelt sich dabei um das Ergebnis einer Kooperation der Stiftung mit dem Projekt iRights.info und die insgesamt 18 Beiträge und Interviews des Buches beziehen mit Lawrence Lessig, Jeanette Hofmann, Jonathan Lethem und Cory Doctorow auch Sichtweisen von jenseits des Atlantiks mit ein.

Aus der Mitteilung bei iRights.info:

Das geltende Urheberrechtsregime reibt sich zunehmend an der digitalen Alltagswirklichkeit. Während es ursprünglich als ein auf den „genialen” Schöpfer zugeschnittenes Schutzrecht gegen Missbrauch konzipiert war, verstoßen wir, ob gewollt oder unbeabsichtigt, täglich gegen bestehendes Recht. Verlustfreies Kopieren gilt den einen als Zugewinn an Freiheit, den anderen als Einschränkung von künstlerischer Verfügungsgewalt und drohender Einnahmenverlust. Ein Ende der „Copyright Wars“ erfordert ein politisches und rechtstheoretisches Neudenken.

Das Buch ist zunächst als PDF und ab 15. April dann auch gedruckt kostenlos bei der Heinrich-Böll-Stiftung erhältlich. Bestelldaten:

Schriften zu Bildung und Kultur, Band 4:
Copy.Right.Now!
Plädoyers für ein zukunftstaugliches Urheberrecht
Herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung
In Zusammenarbeit mit iRights.info
Berlin, April 2010, 140 Seiten
ISBN 978-3-86928-031-8

Bestelladresse:
Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Tel. 030-285340
Fax: 030-28534109
E-mail: info@boell.de

headphonica leidet unter Cybersquatting

Das 2006 gegründete Netlabel headphonica ist vor Kurzem Opfer einer seltsamen Domainübernahme geworden. Nun wird ihre alte Seite von den neuen Domainbesitzern – inklusive Teilen der insgesamt 80 bisherigen cc-lizenzierten Releases – weitgehend unverändert weiterbetrieben und wurde den Headphonica-Gründern zum Rückkauf angeboten.

Wer sich rechtlich an dem Fall versuchen möchte, ist hiermit herzlich dazu aufgerufen (Kontaktdaten am Ende der Seite), vor allem aber ist dies ein Aufruf an alle, ihre alten Links zur headphonica-Seite auf deren neue Domain headphonica.com zu ändern.

Hier ist die ganze Geschichte:

„headphonica leidet unter Cybersquatting“ weiterlesen

SWR 2 Wissen: „Gemein-Freiheit – Vorboten einer freien digitalen Kultur“

Der Südwest-Rundfunk hat ein Feature über die im beginnenden digitalen Zeitalter zu beobachtenden Paradigmenwechsel zum „geistigen Eigentum“ produziert. Auch Creative Commons als Modell und rechtliches Werkzeug kommt darin vor.

Im Hinweistext zur Sendung heißt es u.a.:

(…) Denn die Vision einer freien digitalen Kultur rüttelt am Wertesystem, das sich auf den Buchdruck gründet und aus geistigen Werken besteht, die oft nur Einzelne besitzen. Sie verweist auf eine überlieferte Metapher: Die jeweils lebende Generation steht auf den “Schultern von Riesen”. Das heißt, alle Menschen schöpfen unentwegt aus dem kulturellen Erbe und arbeiten mit ihren Ideen und Werken daran weiter.

Die Sendung ist mit viel Kompetenz gemacht worden und daher durchaus als MP3 nachhörens- bzw. als Manuskript nachlesenswert.

Musiker proben den Aufstand: Wie sieht eine Alternative zur GEMA aus?

Die Sendung „Breitband“ auf Deutschlandradio Kultur hat am vergangenen Samstag über die GEMA-Problematik bei der Nutzung von Creative Commons Lizenzen berichtet. Wir bemühen uns seit langem um einen Dialog mit der GEMA und eine Klärung, wie Künstler die Nutzung von Creative Commons Lizenzen mit einer GEMA-Mitgliedschaft vereinbaren können. „Musiker proben den Aufstand: Wie sieht eine Alternative zur GEMA aus?“ weiterlesen

Freiheit für User-Ratings

Nutzerbewertungen sind in vielen Kontexten zu einem wichtigen Instrument geworden. In den rechtlichen Vorgaben sehen die Betreiber der entsprechend ausgestatteten Plattformen allerdings meistens vor, dass sie selbst alle Rechte an eingehenden Bewertungen erhalten. Abgesehen davon, dass diese Vorgehensweise manchen einfach schon von der dahinterstehenden Philosophie her stören dürfte, fördert sie erkennbar auch die Monopolbildung im Netz. Elaborierte Bewertungen gibt man aus Zeitgründen selten auf mehreren Portalen ein, und da sie nicht von anderen Anbietern übernommen werden dürfen, bleiben diejenigen Sites bei der Anzahl (und oft auch bei der Qualität) der Bewertungen führend, die eh schon die Marktführerschaft innehaben. Das zu ändern ist das Ziel von Open Critics. Es handelt sich um eine Plattform, über die Nutzerbewertungen in andere Sites eingebunden, zentral gesammelt und auf diese Weise netzweit genutzt werden können. Die Aneignung durch irgendwen wird dabei mittels der Lizenz CC-BY-ND 2.0 de verhindert.

Release im Dezember: Die letzte Droge

Der Release des aktuellen Filmprojekts vom Open-Source-Netlabel VEBFilm Leipzig ist jetzt offiziell für den Dezember angekündigt. „Die letzte Droge“ wird dabei unter der Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen – Lizenz (CC-BY-SA) veröffentlicht. Diese Lizenz lässt auch eine kommerzielle Verwendung zu. Stefan Kluge von VEBFilm Leipzig erklärt in einem Papier, warum sie das machen. „Die letzte Droge“ wird der erste freie Spielfilm in HD-Qualität aus Deutschland sein. Wir haben die Beta-Version schon gesehen und freuen uns auf das offizielle Release.

Mehr Hintergrund gibt es im Netzpolitik-Podcast 052: Das Open-Source Film-Netlabel VEB Film Leipzig.

ARD: Olympia-Comedy unter CC

Die ARD bietet auf ihren Olympia-Sonderseiten peking.ard.de jetzt eine Staffel „Olympia-Comedy„. Das schöne daran ist, dass alle Beiträge unter einer Creative Commons Lizenz stehen (CC-BY-NC-ND) und die Folgen werden auch bei Youtube eingestellt.

In acht Folgen präsentiert Klaas Butenschön bis zum Ende der Sommerspiele in Peking einige der olympischen Sportarten auf etwas andere Art und Weise – mit einem Augenzwinkern. So zeigt er zum Beispiel, dass die Ringer die zärtlichsten aller olympischen Sportler sind. Und auch, dass es Synchronspringer niemals wagen würden, alleine vom Sprungturm zu hüpfen. Die schlauesten Sportler sind laut Klaas übrigens die Gewichtheber. Wer hätte das gedacht?

Besser wäre noch eine Remix-fähige CC-Lizenz, aber das lernen sie dort auch noch irgendwann.

[Danke an Meike für den Hinweis]

Netzwelt.de nutzt jetzt Creative Commons

Das Online-Magazin für IT & Consumer Electronics, Netzwelt.de, hat heute seine rund 20.000 Artikel unter die Creative Commons BY-NC-SA gestellt. Zu nicht-kommerziellen Zwecke können die Artikel kopiert und auch geremixt werden, solange die Weiterbearbeitungen wieder unter derselben Lizenz stehen. Und Netzwelt.de als Urheber genannt wird.

Es freut uns sehr, dass mit Netzwelt.de ein erstes größere deutsches Online-Portal seine Inhalte unter einer remix-fähigen Creative Commons Lizenz zur kreativen Weiternutzung zur Verfügung stellt. Wir sind gespannt, wer als nächstes angeregt wird, die eigenen Inhalte offen zu lizenzieren.