CC-Workshop bei #OERde13 – ein vorsichtiger Schritt in die politische Arena

(crosspost vom WMDE-Blog)

#OERde13 LogoCC-Lizenzen als rechtliche Werkzeuge zur Freigabe von Inhalten sind aus den freien Bildungsressourcen genauso wenig wegzudenken wie die GNU Public License und ihre Verwandten aus dem Betriebssystem Linux. Zugleich hat sich Creative Commons als Organisation und Netzwerk von Aktivisten stets vor allem in der Rolle eines Hintergrunddienstleisters verstanden, der zwar möglichst gute Werkzeuge bereitstellt, ansonsten aber möglichst weitgehende Neutralität wahrt. CC-Lizenzen sollten ein „Hack“ für diejenigen sein, die sich eine andere (Copyright-)Politik wünschen, es aber leid sind, auf deren Kommen zu warten. So gesehen steckt im ganzen Ansatz, per Lizenzen andere, bessere Regeln zu schaffen eine fast ausdrückliche Verneinung der Sinnhaftigkeit des ganzen Politikbetriebs, soweit der sich mit dem Urheberrecht befasst. Das ändert sich gerade. „CC-Workshop bei #OERde13 – ein vorsichtiger Schritt in die politische Arena“ weiterlesen

CC Global Summit 2013: Lessig wird politischer und lobt Right2Remix.org

Beim alle zwei Jahre stattfindenden Treffen der Mitarbeiter, Aktivisten und Unterstützer von Creative Commons, dem „CC Global Summit“ (diesmal in Buenos Aires von CC Argentina organisiert) war eines der Hauptthemen:

Das Verhältnis von CC als Netzwerk und Organisation gegenüber Urheberrechtsreformen allgemein und speziell gegenüber den auf EU-Ebene um sich greifenden Ideen, mit Jedermannlizenzen wie denen von CC seien alle Probleme lösbar und würden sich Reformen der Urheberrechtsgesetze letztlich erübrigen. In diese Richtung ziele, so jedenfalls der Vorwurf vieler Aktivisten seit letztem Jahr, auch die Initiative „Licences for Europe“ (L4E) der EU-Kommission.

Lawrence Lessig verweist in seiner Keynote auf Right2Remix.orgAuch Lawrence Lessig hat sich als Vorstandsmitglied von CC Inc. in diese Diskussion eingemischt und seine traditionelle Keynote fiel denn auch deutlich anders aus, als man es in den letzten Jahren von ihm gewohnt war. Besonders erwähnenswert fand Lessig darin die Initiative „Recht auf Remix“ bzw. „Right to Remix“ der Digitalen Gesellschaft. Da auch ein Video eines seiner Vorträge ins Visier einer Plattenfirma geraten ist, weil darin Beispiel-Remixes gezeigt werden, durch die das Content-ID-System von YouTube angeschlagen hat, hat Lessig gemeinsam mit der EFF sogar eine eigene Klage wegen missbräuchlichen Einsatzes des Urheberrechts angestrengt. Für die, die mehr erfahren wollen, haben wir inzwischen das Video der Keynote (zu Right2Remix siehe ab Min. 20:15 und 25:30, zur Klage ab Min. 26:25), eine Einschätzung von Markus bei netzpolitik und ein Interview mit Lessig bei iRights.info zu bieten.

Zum Hintergrund: Dass Markus als Public Lead von CC DE und ich in meiner seit Mai 2013 neuen Rolle als einer von zwei CC-Europakoordinatoren am Summit teilnehmen konnten, wird durch eine Reiseförderung ermöglicht, die aus den Spenden von CC stammt. Markus ist ansonsten weiter vollständig ehrenamtlich aktiv, so wie ich als Legal Lead von CC DE auch. Meine Koordinatorentätigkeit dagegen ist honorarbasiert mit im Schnitt 20 Wochenstunden. Markus und ich sind zudem beide Gründungsmitglieder des Digitale Gesellschaft e.V.

Sender Freies Neukölln diskutiert „freie Kultur von unten“

[Crosspost von netzpolitik.org]

Heute abend ab 20:15 veranstalten die Filmemacher (und Kneipiers) vom Sender Freies Neukölln eine Diskussion darüber, warum und wie man als Kreative/r alternative Regelsysteme praktisch einsetzen kann, Titel: „Creative Commons – freie Kultur von unten statt Urheberrecht von oben„. Wegen der Ausrichtung des SFN auf Film wird es sicherlich insbesondere um dieses Medium gehen, der übergeordnete Blick auf die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der Kultur allgemein wird aber auch nicht zu kurz kommen. Aus der Ankündigung (auch bei fb):

Was weiß man denn schon Genaues über CC-Lizenzen? Dass man Musik, Filme, Texte und anderes mehr jetzt nicht mehr klauen muss, sondern geschenkt bekommt …?! Dass die Kunstschaffenden irgendwie erlauben, dass man ihr Werk munter weiterreicht und -benutzt, und dafür nicht mal eine Mark kriegen …?! Eine neue, blöde Sprungbrettidee für alle, die noch bei keinem Konzern unterschrieben haben …?! Das Ende des Urheberrechts …?! Alles Quatsch.

Der Filmemacher Matthias Merkle, Regisseur und Produzent von mehreren abendfüllenden cc-Spielfilmen und zahllosen cc-Kurzfilmen (www.sender-fn.de), beschreibt, wie sich Kunst- und Kultur in Produktion und Konsum auch ganz anders begreifen lassen: als Ökosystem frei lizensierter Werke, deren Schöpfer Einflüsse (von anderen Schöpfern) neu komponieren, die an einem großen Gemeingut Kultur arbeiten, das als kooperatives Netz von Ideen, Gedanken, Bildern, Memen schließlich allen gehört, und in dem Ansprüche und Rechte gewahrt und gewürdigt, aber nicht verkauft werden.

Alle, die schon einmal Menschen mit richtig viel Erfahrung im Umgang mit CC-Lizenzen treffen wollten und in Berlin sind, sollten heute vielleicht den Raucherraum des Freien Neukölln, Pannierstr. 54 dem Tatort vorziehen. Morgen wird übrigens auch Tim Baumanns kollaborativer Open-Source-Film „Valkaama“ in Berlin gezeigt.

#cc10: Dokumentation zu CC10 Berlin

[Crosspost des Artikels von Andrea Jonjic @ netzpolitik.org]

Am Samstag hatten Creative Commons ihren 10. Geburtstag und weltweit wurde gefeiert. Auch wir veranstalteten unterstützt von Zeit Online und der Wikimedia Deutschland eine Geburtstagsparty im @hausungarn in Berlin und stellten dafür ein umfangreiches Programm auf die Beine.

Die Vorträge wurden alle aufgezeichnet, hier sind Teil 1 und Teil 2 – wer jedoch nur zu bestimmten Themen springen will, lese sich unten die Kurzbeschreibungen durch mit Positionsverlinkung im Video.

„#cc10: Dokumentation zu CC10 Berlin“ weiterlesen

Schwerpunkt 2011: CC und Open Data

Seit Entstehung der CC-Lizenzen 2001/2002 gab es immer wieder Diskussionen über die Frage, ob sie nun für Daten taugen oder nicht. Mit dem zunehmenden Gewicht von freien Datenprojekten wie OpenStreetMap ist diese Frage immer bedeutsamer geworden, wurde aber nie so richtig beantwortet. Mit einem „Topic Report“ für die europäische ePSI-Plattform und einer Reihe von News-Posts zu CC und Daten wird das nun anders. „Schwerpunkt 2011: CC und Open Data“ weiterlesen