diesmal weltweit ausgesucht: CC Affiliates Mixtape No. 1

Die CC-Länderprojekte heißen in offizieller Diktion „Affiliates“ und haben sich anlässlich des Geburtstages von CC im Dezember zusammengetan und eine Musikkompilation aus frei lizenzierter Musik zusammen gestellt, das CC Affiliates Mixtape No. 1. Einige werden sich erinnern, dass es so etwas schon 2012 zum zehnjährigen CC-Geburtstag einmal gab, aber das damalige „#cc10 Birthday Mixtape“ enthielt nur Tracks aus Europa, denn es war auch nur durch die europäischen CC Affiliates zusammengetragen worden. Diesmal waren alle Affiliates weltweit beteiligt und es gibt Pläne, solche Kompilationen regelmäßig zu machen.

Die Nummer 1 gibt es beim Free Music Archive, bei Soundcloud und beim Internet Archive. Und natürlich gibt es auch noch einen Blog-Post dazu im CC Blog.

#cc10 Musik-App von CC Korea

Das koreanische CC Länderprojekt um Jay Yoon feiert den 10. CC-Geburtstag mit einer App. Damit kann man CC-lizenzierte Musik finden und sich die Tracks auch gleich streamen lassen. Bisher gibt’s die App nur für iOS bei iTunes, an einer Androidversion wird gearbeitet. Disclaimer: Mangels entsprechenden Endgeräts konnte ich die App nicht testen. Es gibt aber ein kurzes Video zur App bei Vimeo. Dessen Soundtrack schlägt wiederum einen direkten Bogen zur Diskussion um „Metall auf Metall II“, der jüngst verkündeten Entscheidung des BGH zu kleinsten Samples: Der Anfang des druntergelegten Tracks stammt ganz offenhörbar von Edwin Starrs „War (what is it good for)“. Auch wenn der Volltext des BGH noch aussteht, ist davon auszugehen, dass nach BGH-Ansicht ein Sample wie dieses nicht als freie Benutzung im Sinne des § 24 UrhG gilt und damit auch kaum unter freie Lizenz gestellt werden könnte. Der Verwender müsste sich vielmehr von Starrs Plattenfirma das Recht besorgen, der ganzen Welt die Weiterverbreitung dieses doch sehr eingängigen Liedbeginns zu erlauben. Es wäre mal interessant, den zweifellos horrenden Preis eines solchen Geschäfts zu erfahren. Die GEMA jedenfalls, über die ja Vergütungen für Coverversionen und dergleichen abgerechnet werden können, bietet keinen passenden Tarif für die spätere Vergabe von CC-Lizenzen an.

#cc10: Das Jubiläums-Mixtape ist online

Aus Anlass des 10. Geburtstags von Creative Commons hat CC Europe, der Verbund der europäischen CC-Länderprojekte, eine Compilation zusammengestellt. In der Sendung Breitband von Deutschlandradio Kultur und bei der Geburtstagsparty in Berlin wurden bereits ein paar Previews geboten, jetzt ist das komplette „Mixtape“ bei mehreren Hostern online, beispielsweise bei Soundcloud. Gleich der erste Titel ist der von CC DE vorgeschlagene Track „Jewel“ von Zoe.Leelas Album „Digital Guilt„.

CC10-Logo#cc10 Mixtape Cover
„#cc10: Das Jubiläums-Mixtape ist online“ weiterlesen

C3S: Lasst T-Shirts sprechen!

Die Initiative zur Gründung der „Cultural Commons Collecting Society“ C3S sammelt bereits fleißig Absichtserklärungen zukünftiger Mitglieder, schmiedet Allianzen mit potenziellen Partnern und feilt an der internationalen Struktur der geplanten Verwertungsgesellschaft. Ein neuer Partner ist GetDigital.de, bei denen es nun C3S-Klamotten zu bestellen gibt:

http://www.getdigital.de/products/C3S_Logo

Nun kann man also endlich auch per sprechendem T-Shirt oder Hoodie kundtun, dass man die Idee einer alterntiven, internationalen, offenen und konsequent demokratisch organisierten Verwertungsgesellschaft unterstützt. Und es gehen 6 € pro gekauftem Artikel als Spende an die C3S-Initiative.

Die C3S als Brücke zwischen GEMA und Musikpiraten? C3S-Barcamp am 2.9. in Berlin

Logo C3SDie Scharmützel gehen weiter, der Musikpiraten e.V. hat dieses Mal gegen die GEMA den Kürzeren gezogen: In einem Gerichtsprozess stritten sich die Verwertungsgesellschaft und die Aktivisten unter anderem um die „heilige Kuh“ der kollektiven Musikrechteverwertung, nämlich um die GEMA-Vermutung.

Von eher praktischem Interesse ist an dem Streit, der möglicherweise in die nächste Instanz gehen wird, dass es auch um die doch sehr behördenartigen und teils anachronistisch wirkenden Meldemodalitäten der GEMA-Bürokratie ging. Um eine Aufführung oder CD-Pressung ganz genau zuordnen zu können, müssen sehr viele Daten bei der GEMA angegeben werden, die gar nicht bei jedem Veranstalter oder Produzenten vorhanden sind oder mit vertretbarem Aufwand beschafft werden können. Solche Details behindern viele völlig legale Musikstrukturen außerhalb des GEMA-Systems.

Außer diesen eher unangenehmen Auseinandersetzungen wird aber auch konstruktiv gearbeitet, nämlich am Aufbau der „Cultural Commons Collecting Society“ (C3S). Kommendes Wochenende gibt es das erste BarCamp der Initiative, finanziert durch crowd funding. Dort sollen von den großen Stellschrauben bis zum kleinsten Webformular alle Aspekte der geplanten neuen Verwertungsgesellschaft C3S durchdiskutiert werden sollen – öffentliches Ideensammeln statt Kungeln im Hinterzimmer.

Letztlich wäre ein erfolgreicher Start der C3S sowohl für Künstler mit Sinn für freie Lizenzen als auch für die Anhänger der GEMA-Idee hilfreich. Etwas Entgegenkommen der GEMA vorausgesetzt (gemeinsame Bewirtschaftung der Titel unter GEMA-Vermutung), könnte die C3S als eine Art Brücke zwischen den mittlerweile durch tiefe Gräben getrennten Gruppen von Kreativen wirken. Damit es so kommt, ist noch viel Überzeugungsarbeit auf beiden Seiten zu leisten und ohne Unterstüztung durch die Kreativen wird weder die GEMA sich wandeln noch die C3S wirklich durchstarten können.

GEMA gibt neue Stellungnahme zu CC-Lizenzen ab

Im Nachgang zum Start des neuesten Pilotprojekts zum Einsatz von CC-Lizenzen durch Mitglieder von Musik-Verwertungsgesellschaften hat die Redaktion von telemedicus.info die GEMA um eine Stellungnahme gebeten. Darin erfährt man einiges über angeblich eherne Vertragswerke, unwillige Mitglieder und Rosinen. Die Analysen von telemedicus und iRights untersuchen den GEMA-Text eingehend.

CC Frankreich und die SACEM schließen Pilotvereinbarung


Europäische Verwertungsgesellschaften (wie in Deutschland die GEMA) tun sich seit Jahren vor allem dadurch hervor, dass sie Freigaben ihrer Mitglieder nicht zulassen, Creative Commons als Inkarnation des Bösen darstellen und das ganze Phänomen der Free Culture eher bekämpfen als unterstützen. Umso mehr Aufsehen haben die Pilotvereinbarungen zwischen CC-Projekten und den jeweiligen nationalen Verwertungsgesellschaften für Musik erregt. Hier gibt es nun wieder Bewegung. „CC Frankreich und die SACEM schließen Pilotvereinbarung“ weiterlesen

Gewinner des Free!Music!Contest 2011 gekürt

Etwas gedauert hat’s, aber jetzt stehen die Gewinner des diesjährigen CC-Musikwettbewerbs des Musikpiraten e.V. fest. Darunter sind einige Newcomer, musikalisch auch reine acoustics wie „Melodies in my Head“ von Laura Dee, aber auch alte Bekannte wie Shearer und Professor Kliq. Auf der Website des Wettbewerbs können alle 19 Gewinnertitel auch direkt gestreamt angehört werden. Deren Reihenfolge in der Liste ist übrigens Zufall.

Schutzfristverlängerung: Geiselnahme mit Ansage

Die Großen der Musikindustrie geben eine Sondervorstellung in brillantem Lobbyismus, spannen die Studiomusiker vor ihren Karren und lassen die übrige Wirtschaft und die Bürger der EU die Rechnung zahlen. Jahrzehnte länger geschützt bleiben soll ein noch immer lukrativer Bruchteil der Aufnahmen populärer Musik aus den 1960er Jahren. In Kauf nehmen soll die europäische Kulturlandschaft dafür als Kollateralschaden ein noch maßloser werdendes, rückwirkend ausgedehntes Wegsperren des gesamten aufgenommenen Kulturerbes. Für iRights.info und finanziert durch Wikimedia Deutschland e.V. haben wir diese Vorgänge in einem Dossier auf Deutsch und Englisch zusammengefasst (das natürlich unter CC BY 3.0 de steht und voraussichtlich diese Woche auch noch gedruckt vorliegen wird). „Schutzfristverlängerung: Geiselnahme mit Ansage“ weiterlesen

Trackback über CC-Probleme (und mehr)

Auf Radio Fritz vom RBB gibt es die empfehlenswerte Sendung Trackback, moderiert von Marcus Richter, in der ausschließlich das Netz und alles drumherum Thema ist. In der Ausgabe gestern gab’s dort ein kleines Interview-Duell zwischen Christian Grasse (metawelle, Breitband) und mir zu zwei Fragen:

  • Was ist Sache, wenn der Vergeber einer CC-Lizenz gar nicht die Rechte hat, um das zu tun?
  • Fällt meine CC-Lizenz nachträglich weg, wenn ein CC-Lizenzgeber sich später umentscheidet und wieder „alle Rechte vorbehalten“ fährt?

Beides kommt zwar vor, hat aber meines Wissens hierzulande noch nie zu handfesten juristischen Auseinandersetzungen geführt. Trotzdem sollte man sich als CC-Enthusiast/in mit diesen Basics mal beschäftigt haben. Hier ist die MP3, ansonsten ist der Trackback-Podcast auch allgemein interessant und lizenziert unter CC BY-NC-ND 2.0 de.