Freie Lizenzen als Inflationstreiber?

Meistens wird in Diskussionen um frei verfügbare Inhalte nur die einzelne Beziehung zwischen Urheber und Nutzer behandelt. Dabei fällt allerdings unter den Tisch, dass natürlich auch in größerem Maßstab Entwicklungen stattfinden. Eine der Thesen dazu ist, dass ein starkes Anwachsen freier Inhalte zum einen jedes einzelne dieser Werke relativ entwerte bzw. austauschbarer mache, und dass solche Prozesse (ungewollt) vor allem zulasten derjenigen Künstler gingen, die darauf angewiesen oder einfach daran interessiert seien, mit ihren Werken Geld zu verdienen. Diese eher makroökonomische Betrachtungsweise hat durchaus ihre Berechtigung und Breitband hat dazu in der vorletzten Sendung einen Beitrag gebracht. Er zeigt, dass es durchaus Kreative gibt, die CC als Ansatz ausprobieren, dann aber auch wieder davon abkommen.

Fragt sich also: Sind freie Lizenzen (und damit auch CC) ein Inflationstreiber der Aufmerksamkeitsökonomie und senken letztlich die Wertschätzung für Musik?

DRadio Wissen startet Remix-Serie

[cross post von netzpolitik.org]

Der Sender DRadio Wissen hat jetzt eine eigene Netaudio-Sendung, die letzte Woche zum ersten Mal lief. Neben der Berichterstattung über Künstler, die Creative Commons Lizenzen nutzen, gibt es auch einen Remix-Teil. Musik von vorgestellten Künstler wird in remixfähigem Material online gestellt und die Hörer werden zum Mitmachen eingeladen. In dieser Form ist es das erste Mal, dass eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt alle Materialien zu einer Sendung freigibt und zum Remixen auffordert.

Erster Künstler ist Stateshirt. Hier ist ein 5 MB großes Zip-File dazu. Die Remixe sollen in künftigen Sendungen eingebaut werden.

Aus den Kommentaren:

In dem ZIP-File sind die Produktionsspuren des Beitrags, samt Manuskript, O-Töne, Overvoices, Sprechertext. Die Remix-Tracks von Stateshirt kann man auf seiner Seite finden: http://www.stateshirt.com/music/source/. Wer will, kann also entweder den Beitrag umbauen, weiterstricken, remixen oder sich der Musik annehmen und diese verändern. Oder auch beides.

Hier noch der Link zur ersten Folge der Sendung.

headphonica leidet unter Cybersquatting

Das 2006 gegründete Netlabel headphonica ist vor Kurzem Opfer einer seltsamen Domainübernahme geworden. Nun wird ihre alte Seite von den neuen Domainbesitzern – inklusive Teilen der insgesamt 80 bisherigen cc-lizenzierten Releases – weitgehend unverändert weiterbetrieben und wurde den Headphonica-Gründern zum Rückkauf angeboten.

Wer sich rechtlich an dem Fall versuchen möchte, ist hiermit herzlich dazu aufgerufen (Kontaktdaten am Ende der Seite), vor allem aber ist dies ein Aufruf an alle, ihre alten Links zur headphonica-Seite auf deren neue Domain headphonica.com zu ändern.

Hier ist die ganze Geschichte:

„headphonica leidet unter Cybersquatting“ weiterlesen

Musiker proben den Aufstand: Wie sieht eine Alternative zur GEMA aus?

Die Sendung „Breitband“ auf Deutschlandradio Kultur hat am vergangenen Samstag über die GEMA-Problematik bei der Nutzung von Creative Commons Lizenzen berichtet. Wir bemühen uns seit langem um einen Dialog mit der GEMA und eine Klärung, wie Künstler die Nutzung von Creative Commons Lizenzen mit einer GEMA-Mitgliedschaft vereinbaren können. „Musiker proben den Aufstand: Wie sieht eine Alternative zur GEMA aus?“ weiterlesen

Freie Tracks und Milchreis

Logo breiPott

Seit 14. Juni 2008 ist es endlich soweit: Es gibt eine echte Brücke zwischen dem virtuellen Pool frei lizenzierter Musik und dem echten wilden Leben. Sie heißt breiPott und kommt als ganz spezielle Bar in Berlin Kreuzberg daher. Speziell und außerdem zum Namen passend ist nicht nur das kulinarische Konzept (alles auf Basis von Rundkornreis – egal ob süß oder pikant), sondern auch das Konzept für die musikalische Untermalung. Wann immer Musik ertönt im breiPott, stammt sie entweder vom hauseigenen Server voller GEMA-freier und meist CC-lizenzierter Musik oder es steht ein DJ am Pult, der freie Musik im Live-Mix bietet. Letzteres ist dreimal pro Woche der Fall und der Mix-Rohstoff besteht dabei zumindest zu etwa 90 % aus freier Musik. Dass die Musik auf dem breiPott-Server tatsächlich nicht zum GEMA-Repertoire gehört, wird übrigens vorher eingehend geprüft. und das Allerbeste ist, dass man die Tracks auch direkt vor Ort an drei Terminals durchhören und direkt per USB abrufen und mitnehmen kann. Da kann man nur sagen: Mehr davon …