Doku: Patent Absurdity

Frei verbreitbar und aufschlussreich ist, was Luca Lucarini unter dem Titel „Patent Absurdity“ zu Genese und Auswirkungen von Softwarepatenten US-amerikanischer Lesart filmisch dokumentiert hat. Aufgehängt ist die Dokumentation an den öffentlichen Anhörungen zum Gerichtsverfahren In re Bernard L. Bilski and Rand A. Warsaw, das der US Supreme Court Ende 2009 entschieden hat. Die Kläger forderten ein Patent auf eine Geschäftsmethode zur Aushandlung von Rohstoffpreisen. Da diese auch einen Algorithmus zum Umgang mit Kundeninteressen umfasst, wurde erwartet, dass die Entscheidung des Gerichts mit darüber entscheiden würde, ob Softwarepatente als Prozesspatente noch stärker etabliert werden würden oder nicht. Das Gericht entschied letztlich gegen die Patentierbarkeit der Bilski-Methode, weil sie nicht auf ein bestimmtes Gerät oder einen sonstigen physischen Gegenstand bezogen sei. Der Film enthält Interviews mit Karen Sandler, Richard Stallman und anderen und steht unter der CC-Lizenz BY-ND 3.0 us im Netz.

Purefold: Blade Runner reloaded mittels CC-BY-SA

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Filmprojekten, die freie Lizenzen nutzen, aber dieses hier dürfte doch eines der besonderen Art sein:

Blade Runner original screenshot (nicht freigegeben nach CC-Lizenz, Rechte liegen bei Blade Runner Partnership)Der Film Blade Runner von 1982 ist zweifellos ein absoluter Sci-Fi-Klassiker. Und dass der Erfolg von Filmen gerne mal mit Sequels oder Prequels in die Länge gezogen wird, ist auch nichts Neues. Ridley Scott und sein Bruder Tony gehen mit ihrer Produktionsfirma RSA allerdings einen ganz neuen Weg. Zusammen mit dem Studio Ag8 wollen sie die Fangemeinde von Blade Runner durch das Projekt Purefold dazu animieren, eigene Kurzgeschichten zu erdenken, die rund um den Hauptplot des Films spielen könnten. Sie nennen das Geschäftsmodell „Online-Franchise“. Ein herkömmlicher Prequel soll aber nicht dabei rauskommen. „Purefold: Blade Runner reloaded mittels CC-BY-SA“ weiterlesen

Valkaama – Open Source in Reinkultur

Das kollaborative Filmprojekt „Valkaama“ nimmt es ernst mit dem Konzept offener Quellen. Im Gegensatz zu manch anderen Filmen, die zwar legal kopiert, verbreitet und gezeigt werden können, deren kreative Weiterverwendung jedoch mangels Zugriff auf die Datenquellen weder möglich noch von den Machern erlaubt ist, ist bei Valkaama sämtliches Rohmaterial online verfügbar. Remixing und Teilnahme an der Fertigstellung des Spielfilms sind ausdrücklich erwünscht. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Hendrik Behnisch, dessen Veröffentlichung für das Frühjahr 2009 vorgesehen ist, und liegt inzwischen in einer ersten Rohversion vor, die unter CC-BY-SA 3.0 Unported lizenziert ist. Initiator Tim Baumann stellte das Konzept, das auch medial einiges Echo fand, bei Open Everything in Berlin vor und kann sich inzwischen über weitere Unterstützung in Form von BitTorrent seeding freuen. Auf der dreisprachigen Webseite des Projekts gibt es neben weiteren Informationen und den Download-Links auch ein Forum, in dem u. a. über die Definition von „Open Source Film“ diskutiert werden kann.

RiP: A Remix Manifesto

Demnächst erscheint der Dokumentarfilm „RiP: A Remix Manifesto“ von Brett Gaylor nach sechs Jahren Entwicklungszeit. Der Film ist ein Plädoyer für eine Remix-Kultur und gegen eine ausufernde Urheberrechtsgesetzgebung, die Kreativität behindert. Gaylor ist Betreiber der Webseite „Open Source Cinema„. Diese bietet die Basis für das kollaborative Projekt und die meisten Filmsequenzen sind ort schon als RAW-Material unter einer Creative Commons Lizenz zu finden.

Aus der Selbstbeschreibung:

RiP: A remix manifesto is an open source documentary about copyright and remix culture. Created over a period of six years, the film features the collaborative remix work of hundreds of people who have contributed to this website, helping to create the world’s first open source documentary.

Momentan gibt es immer noch verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten. Jetzt schon können Remixe gemacht werden, weil genug Material online zum Download bereitsteht. Ausserdem werden noch Beiträge für den Soundtrack gesucht. Hier bietet sich die Remix-Plattform CC-Mixter an. Und dann können noch Fotos eingesendet werden, wo man sich selbst auf einem Fahndungsfoto mit einem „Copyright Criminal Photo“ zeigt. Die Bilder sollen dann auch noch in den Film einfließen.

Der Trailer zum Film ist schon online und wir freuen auf das Endergebnis:

Blender-Projekt präsentiert: Big Buck Bunny

Die niederländische Blender-Foundation hat heute „Big Buck Bunny“ (Project Peach) veröffentlicht. Der 3D-Comic ist das zweite grössere Open Movie Projekt nach dem riesigen Erfolg von „Elephants Dream„. Fünf Künstler und zwei Entwickler haben sieben Monate lang im Blender Studio in Amsterdam zusammen den Film entwickelt. Wie “Elephants Dream” setzt Peach auch komplett auf Freier Software, offenen Formaten, Community-Beteiligung und einer freien Creative Commons Lizenzierung!

Für das Blender-Projekt ist der Film zugleich ein grossartiger Showcase, der sehr anschaulich zeigt, was man mit der freien 3D-Software anstellen kann. Der Film und sämtliche Rohdaten stehen selbstverständlich unter einer freien Creative Commons Lizenz. Das Kopieren und Remixen ist ausdrücklich auch zu kommerziellen Zwecken erlaubt und erwünscht.

Hier gibts unterschiedliche Download-Möglichkeiten, darunter verschiedene Formate und Bildgrössen. Bittorrent funktioniert derzeit am Besten. Der Film ist als Stream bei Vimeo zu finden:

Big Buck Bunny from Blender Foundation on Vimeo.

Teil des offenen Geschäftsmodells rund um Blender ist auch der Verkauf von Mehrwerten, wie z.B. einer DVD. Die wurde im Fall von „Elephants Dreams“ sehr häufig verkauft und half mit, das Projekt zu refinanzieren und auszubauen. Von Big Buck Bunny gibt es auch ein DVD-Set. Für 34.00 € erhält man zwei DVDs mit der HD-Version, Kommentaren der Machern, die gesamten Rohdaten (alle Texturen, Modelle, etc), Drehbuch und Storyboard und eine ausführliche Dokumentation und Tutorials. Wenn das mal keine Mehrwerte sind.

Hier gibts den Trailer:

Und hier hatte ich mal einen Vortrag über das Blender-Projekt mitgebloggt.

Das nächste Projekt läuft auch schon: Apricot Open Game. Sechs Menschen sollen in sechs Monate als Kernteam mit Support von verschiedenen 3D-Studios und der Community ein “Open Source Industrie quality Game” erstellen. Ich bin gespannt.

Trailer von Iron Sky

Die finnischen Macher von Star Wreck haben einen ersten Trailer ihres Nachfolge-Projektes veröffentlicht: „Iron Sky„. Die Geschichte spielt in der nahen Zukunft. Im Jahre 1945 sind die Nazis auf den Mond ausgewandert und im Jahre 2018 kommen sie zurück auf die Erde. Wie bei der Star Treck-Parodie „Star Wreck“ erwartet einen sicherlich wieder lustiger finnischer Humor, gute Animationen und eine kollaborative Entwicklung. Der Trailer und das letztendliche Ergebnis stehen selbstverständlich unter einer Creative Commons Lizenz.

Im Gegensatz zu Star Wreck wird Iron Sky direkt in englisch verfilmt. Geplant wird mit einem Budget von fünf Millionen, was von finnischen Produzenten bereitgestellt wird. Immerhin war Star Wreck der erfolgreichste finnische Film. Dies lässt gleich viel mehr Produktion zu als ein Studio im WG-Wohnzimmer wie beim Erstlingswerk. Dabei wird man die gesammelten Erfahrung in der Online-Kollaboration ausbauen und viel mehr Beteiligung zulassen. Das Drehbuch hat Johanna Sinisalo geschrieben, die wohl die bekannteste Drehbuchautorin Finnlands ist.

Ich bin gespannt auf das Endergebnis. Das scheint das bisher grösste Open-Movie Projekt zu werden.