CC Public Domain Mark freigegeben

Nach Abschluss der offenen Diskussionsphase hat Creative Commons gestern für gemeinfreie Werke ein neues Kennzeichen, die „Public Domain Mark” (PDM), verfügbar gemacht. Die PDM soll als einheitliches Kennzeichen für Werke dienen, die keinen urheberrechtlichen Schutzfristen mehr unterliegen, und zielt vor allem auf digitale Sammlungen und Archive ab, die bislang eine Vielzahl unterschiedlicher Kennzeichnungen für gemeinfreie Werke einsetzen. Letztlich soll die PDM hier mehr Klarheit und einen einheitlichen Metadaten-Standard schaffen sowie die Auffindbarkeit von gemeinfreien Inhalten erleichtern.

Als erstes größeres Projekt wird die digitale Bibliothek Europeana die  Public Domain Mark ab Mitte nächsten Jahres verwenden, grundsätzlich ist diese Kennzeichnung aber nicht auf Institutionen beschränkt, sondern kann auch von Einzelpersonen verwendet werden. Im Unterschied zu den bereits bekannten Creative-Commons-Modellen handelt es sich beim Public Domain Mark nicht um eine Lizenz, vielmehr soll nur auf einen bereits bestehenden rechtlichen Status hingewiesen werden. Wer als Urheber trotz bestehender Schutzansprüche auf diese verzichten will, kann für eigene Werke weiterhin das Werkzeug CC0 (CC-Zero) verwenden.

Mitreden erwünscht: CC überholt und ergänzt seine universellen Tools

Seit gestern können im Labs-Bereich von CC die Vorentwürfe für die neue „Public Domain Mark“ (PDM), für eine verbesserte CC0 Deed und für neue Nutzungsrichtlinien betrachtet und noch bis zum 18. August auch kommentiert werden.

Anschließend wird die PDM als neues Tool offiziell freigegeben werden. Die PDM ergänzt und ersetzt zum Teil die bereits seit längerem nutzbare „Public Domain Certification“. Anders als die 6 CC-Lizenzen und die Aufgabeerklärung CC0 ist die PDM nur ein Kennzeichnungswerkzeug, ändert also an den Nutzungsrechten am betreffenden Werk nichts, sondern kennzeichnet es als gemeinfrei. Wie bei allen Tools von CC übernimmt auch der Markierende bei der PDM keinerlei Haftung dafür, dass das Werk auch tatsächlich den angegeben Status der Gemeinfreiheit hat. Das zeigt, dass die PDM vor allem auf Institutionen zugeschnitten ist, die ohnehin bereits im Netz Angaben zur Gemeinfreiheit machen (wie etwa öffentliche Archive hinsichtlich ihres eigenen Bestandes). Sie soll aber dennoch auch von Einzelnen eingesetzt werden können. Daher sollte die Kommentierungsphase von allen Interessierten genutzt werden, um ggf. noch Anmerkungen einzubringen.

Die Verbesserung der CC0 Deed ist rein optischer Natur und besteht vor allem darin, dass dieses Werkzeug nun leichter von den 6 normalen CC-Lizenzen unterscheidbar wird. Anhand der neuen Optik wird klarer, dass es sich a) um ein universelles, nicht für verschiedene Länder portiertes Tool handelt und es b) zuallererst ein Werkzeug zur Aufgabe von Rechten ist und nur als Fallback eine bedingungslose Lizenz enthält.

In beide Tools spielen die neuen Richtlinien („Norms“) zum Umgang mit Public-Domain-Werken mit hinein, die derzeit ebenfalls zur Diskussion stehen. Sie sollen – ohne ein verbindlicher Vertrag zu sein – einen rücksichtsvollen Umgang mit diesen Werken anmahnen und als Quasi-Standard etablieren helfen. Für sie ist eigentlich eine längere Diskussionsperiode nötig und auch geplant, daher werden die Norms zwar bereits mit der neuen PDM (s.o.) freigegeben, das aber nur in einer Vorabversion. Auch hier gilt, dass sich alle Interessierten in die Diskussion einbringen sollten.