CC Frankreich und die SACEM schließen Pilotvereinbarung


Europäische Verwertungsgesellschaften (wie in Deutschland die GEMA) tun sich seit Jahren vor allem dadurch hervor, dass sie Freigaben ihrer Mitglieder nicht zulassen, Creative Commons als Inkarnation des Bösen darstellen und das ganze Phänomen der Free Culture eher bekämpfen als unterstützen. Umso mehr Aufsehen haben die Pilotvereinbarungen zwischen CC-Projekten und den jeweiligen nationalen Verwertungsgesellschaften für Musik erregt. Hier gibt es nun wieder Bewegung. „CC Frankreich und die SACEM schließen Pilotvereinbarung“ weiterlesen

Untersuchung des Pilotprogramms in NL

In Vorgriff auf die Diskussionen zu Creative Commons und Verwertungsgesellschaften, die es auf der a2n geben wird (siehe vorigen Post), ist hier für alle interessierten eine Leseempfehlung:

Mitte 2007 haben die niederländische Verwertungsgesellschaft Buma/Stemra und Creative Commons NL in einer bis dahin einmaligen Kooperation ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Mitglieder der Buma (zeitlich begrenzt) ihre Musik auch selbst unter CC-Non-Commercial-Lizenzen im Netz freigeben können. Kern des Projekts ist eine gemeinsame Definition, was „nicht kommerziell“ genau heißen soll, also von wem und wofür demnach die freigegebenen Musiktitel verwendet werden dürfen. Es wurde viel um diese Kooperation gestritten, Kritiker wie Unterstützer haben sich argumentativ daran abgearbeitet, und das Projekt wurde mehrfach und gerade erst neulich wieder verlängert. Nun liegt endlich das handfeste Ergebnis einer Untersuchung der Wirkungsweise des Pilotprogramms vor. Der angenehm kompakte und sehr informative Report dazu wurde von Paul Keller (CC NL) und Matthijs Bobeldijk (Buma/Stemra) erarbeitet und liegt auch auf Englisch als PDF vor.

GEMA vor der Selbstauflösung?

Beim Camp der all2gethernow in Berlin im September diesen Jahres war schon bei der allerersten Diskussionsrunde „Verwertungsgesellschaften und alternative Lizenzen“ eine gänzlich ungewohnte GEMA zu erleben gewesen. Deren Justiziar Kilian Steiner hatte nämlich – wenn auch auf tadellosem Englisch – zu verstehen gegeben, dass die GEMA-Offiziellen bereit sind, das gesamte System der altehrwürdigen Gesellschaft auf den Prüfstand zu stellen. Vor dem Hintergrund alternativer Verbreitungs- und Verwertungsmodelle im Netz solle es keine Denkverbote geben, was die Arbeitsweise der GEMA angehe, so Steiner. Das lässt auf einen vernünftigeren Umgang hoffen.

Es gab allerdings am nächsten Tag eine weitere Veranstaltung mit GEMA-Beteiligung, und zwar ein klassisches Panel im Rahmen der Cloud der all2gethernow: Der VUT hatte zusammen mit media.net berlin brandenburg in den Meistersaal am Potsdamer Platz geladen und war auf dem Panel auch mit seinem Vorsitzenden und Freibank-Chef Mark Chung vertreten. Unter juristisch geschulter Moderation hieß das Thema „Musik im Internet – Nadelöhr Rechteerwerb“. Alle Diskutanden schienen dabei mehr oder weniger frei von zurechtgelegten Aussagen drauflos zu sprechen, aber vor allem Alexander Wolf (bei der GEMA u.a. Syndikus für internationale Rechtsfragen) hatte überraschende Antworten parat.  „GEMA vor der Selbstauflösung?“ weiterlesen