Heute Abend: Vorstellung des „Lizenzhinweisgenerators“

Ja, der Name des Werkzeugs ist lang und sperrig, aber er beschreibt immerhin sehr direkt die Funktion: Es generiert Lizenzhinweise, und zwar insbesondere im Zusammenhang mit CC-Lizenzen. Wikimedia Deutschland (WMDE) hat den Lizenzhinweisgenerator (LHG) entwickelt, um den lizenzkonformen Umgang mit freigegebenen Inhalten einfacher zu machen. Oberflächlich betrachtet sind CC-Lizenzen bereits ein Schritt in Richtung besserer Handhabbarkeit des Urheberrecht, aber im Detail wird es oft hakelig. Wenn man das unter CC-Lizenz freigegebene Bild von jemand anderem nutzt, ist der Lizenzhinweis Dreh- und Angelpunkt, denn über ihn wird die Namensnennung als wichtigste „Währung“ des CC-Ansatzes vorgenommen und deutlich gemacht, wo das genutzte Bild zu finden ist, welche rechtlichen Bedingungen gelten und wo sie nachzulesen sind – wenn der Lizenzhinweis denn vollständig und korrekt abgefasst ist.

Das ist leider sehr oft nicht der Fall, und zwar nicht absichtlich oder aus Boshaftigkeit der Nachnutzer von CC-Bildern, sondern aus Versehen, Uninformiertheit und manchmal auch einfach aus Zeitdruck. Ein „Quelle: CC“ ist sicherlich das Schlechteste, was noch irgendwie als Lizenzhinweis bezeichnet werden könnte. Meist wird immerhin der Urheber angegeben, aber schon beim genauen Typ und der Version der CC-Lizenz hapert es oft ganz gewaltig. Noch öfter unterbleibt der obligatorische Link auf den Lizenztext und etwa auch zusätzliche Angaben wie die, dass es sich um eine Bearbeitung handelt.

Dieses Problem betrifft die Bilder im Medienarchiv Wikimedia Commons genauso wie diejenigen aus anderen Quellen, aber bei Wikimedia Commons liegen die (lizenz-)rechtlich relevanten Daten zumindest in einigermaßen strukturierter Form im Wiki vor. Da liegt es nahe, an eine Software zu denken, die aus diesen Daten die entscheidenden herausnimmt und automatisch zu einem korrekten Lizenzhinweis zusammenbaut. So ist die Idee eines Lizenzhinweisgenerators denn auch bereits seit einigen Jahren in der Welt, aber erst jetzt wurde er Wirklichkeit. Mitgeholfen hat CC-Freund und Rechtsanwalt Till Jaeger und die Softwareentwicklung übernahmen die hausinternen Programmierer von Wikimedia Deutschland.

Heute Abend wird der LHG im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Monsters of Law“ von Jens Ohlig (WMDE) und Till Jaeger vorgestellt. Ich werde in einer kurzen Einleitung aus der Erfahrung der letzten Jahre berichten, was so typischerweise schief läuft rund um Lizenzhinweise.

Im September: Lizenztextlesung und OERde14

Zwei Veranstaltungen werfen ihre Schatten voraus:

Am 2. September findet in den Räumen von Wikimedia in Berlin die erste „CC Lizenztextlesung“ überhaupt statt. Organisiert wird sie maßgeblich durch Jöran Muuß-Merholz für pb21 und nähere Informationen gibt es hier. Interesse bekunden/zusagen kann man schon jetzt, und zwar über facebook oder Google+.

Am 12. und 13. September schließt sich dann die OERde14 an, die zweite große OER-Konferenz nach der sehr erfolgreichen OERde13 letztes Jahr, diesmal noch größer dank neuer Location mit noch mehr Platz und mit der Bundeszentrale für politische Bildung als Hauptförderer. Klare Schwerpunkte dieses Jahr sind die didaktischen Implikationen von OER, die Fragen nach der „richtigen“ OER-Politik und erneut der Blick über den Tellerrand in andere Länder und auf deren Ansätze.

OER-Konferenz im September: Beiträge gesucht

Gemeinsam mit Wikimedia Deutschland e.V., der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und dem Co:llaboratory veranstaltet CC DE im Herbst in Berlin eine zweitägige Konferenz zum Thema „Open Educational Resources“ (OER), zu deutsch „Offenen Bildungsressourcen“. Bis zum 23.6. können nun Beiträge für die Konferenz eingereicht werden, hier (GDoc) gibt es ein paar Hinweise dazu und auch die Planungswebsite steht bereits.

Also: Gute Ideen vor!

Auch als Teilnehmer der Konferenz kann man sich bereits anmelden.

Update: Inzwischen sind auch die Flyer zur Konferenz online und fertig zum Verbreiten, hier z.B. in blau.

Ungewollte Nebenwirkungen von NC erklärt

Die meisten Kenner des CC-Lizenzmodells bekommen einen leicht genervten Gesichtsausdruck, wenn man sie nach Pro und Contra der Lizenzbedingung „NC – nur nicht-kommerzielle Nutzung erlaubt“ fragt. Über nichts sonst wird schon so lange und so verbissen gestritten, unter CC-Aktivisten genauso wie unter Externen. Zugleich wird bei mehr als der Hälfte aller Einzellizenzierungen, bei denen CC-Lizenzen zum Einsatz kommen, solche mit NC gewählt. Der Grund ist unbestritten der legitime Wunsch nach Schutz davor, dass eigene freigegebene Werke vom Big Business ausgebeutet werden, ohne dass die Urheberin oder der Urheber daran beteiligt wird. Viele, die daher zu einer CC-Lizenz mit dem Modul „NC“ greifen, wissen allerdings nicht, welche Nebenwirkungen diese so populäre Einschränkung mit sich bringt – und sie wollen diese Nebenwirkungen meist auch nicht. „Ungewollte Nebenwirkungen von NC erklärt“ weiterlesen

Noch 3 Tage: Bei WissensWert mitmachen!

Wie letztes Jahr, veranstaltet der Wikimedia e.V. wieder den Wettbewerb WissensWert zur Förderung freien Wissens. Es gibt 500 bis 5.000 Euro pro Projekt (plus einen Publikumspreis von 2.000 Euro) für die besten Ideen. Wikimedia sagt es so:

Wir fördern wieder Ideen, die mit den Zielen von Wikimedia Deutschland übereinstimmen. Dabei prämieren wir keine Ideen nur der guten Idee wegen, sondern stellen ausgewählten Menschen oder Gruppen Geld zur Verfügung, damit sie ihre Projektideen selber in die Tat umsetzen können.

Bis einschließlich 24.11. können noch Ideen eingereicht werden. Letztes Jahr ist unter anderem das Erklärvideo zu CC aus dem Wettbewerb hervorgegangen.

WIPO-Artikel zur Umlizenzierung der Wikipedia

In der Novemberausgabe des zweimonatlich erscheinenden Magazins der WIPO ist ein Artikel von Herkko Hietanen erschienen, Legal Project Lead von CC in Finnland. Er setzt sich mit den Umständen der Um- bzw. Nachlizenzierung der Wikipedia-Inhalte auseinander und vor allem auch mit dem Problem der noch immer nicht erreichten Kompatibilität von Open-Access-Lizenzen untereinander.